Aktuelles / Presse

22.09.2020
Sarganserländer Druck in Mels (CH) setzt mit Erfolg MKW Rapid von Gramag ein

Die Sarganserländer Druck AG Druck und Verlag in Mels ist unter anderem Herausgeberin der Sarganserländer Tageszeitung und eine Akzidenzdruckerei mit 80 Mitarbeitern.

Der Zusammenschluss von insgesamt fünf Schweizer Druckereien zur Sarganserländer Druck AG brachte viele Synergien und Konzentrationen. Als Geschäftsführer und Verlagsleiter ist Thomas Ambühl seit Januar 2018 für sämtliche Druckstandorte (Mels, Bad Ragaz, Sargans, Landquart und Schiers) der Mediengruppe verantwortlich. Der gelernte Buchdrucker und diplomierte Betriebsfachmann sieht in der Verschmelzung von den drei Geschäftsfeldern Druck / Versand, Digitaldruck und Werbetechnik eine große Herausforderung für seine letzten Berufsjahre.

Ersatzbeschaffung – aber wo?

Für die Weiterverarbeitung im Stammhaus in Mels musste 2019 altersbedingt eine Ersatzlösung für das Zusammentragen sowie eine Broschürenfertigung gefunden werden. Der gute Kontakt zu Rolf Müller, Geschäftsleiter der Gramag Maschinen AG in Reiden, war hierbei sehr hilfreich. Erst vor zwei Jahren hatte der Fachhändler hier eine Foliermaschine aufgestellt. 

Alles spricht für MKW

Die Gramag ist von Anbeginn als Schweizer Vertriebspartner der in der EifelStadt Ulmen ansässigen MKW Graphische Maschinen GmbH tätig und trug dazu bei, das Unternehmen zum Marktführer für Zusammentragmaschinen in der Schweiz zu machen. Dementsprechend gut konnte Rolf Müller beraten. Für einen Sammelhefter sind die Auflagen bei Sarganserländer Druck zu klein. Doch die Vorteile der horizontalen Zusammentragtechnik (gegenüber den bisherigen Türmen) zählten. Vor allem die achtfach höhere Stapelmöglichkeit sowie die Übersichtlichkeit in der Maschine. Das Umlauftischprinzip einer MKW Rapid Trans UT garantiert dabei einen sicheren sowie ruhigen Papiertransport und die gekonnte Überführung in ein Kleinfalzwerk.  Der Hersteller, allen voran MKW-Geschäftsführer Bernhard Klasen, ist jederzeit ansprechbar und für gewünschte Änderungen an der Maschine offen. »In unserem Unternehmen decken wir sowohl die konstruktiven als auch die produktionstechnischen Bereiche ab. Dadurch sind wir unabhängig von Drittanbietern und können einen schnellen und kompetenten Service bieten«, argumentiert Bernhard Klasen. 

Schnell und zuverlässig 

Techniker von MKW und der Gramag stellten die Maschinen im Dezember 2019 gemeinsam auf. Die mit zwölf Stationen ausgerüstete MKW Rapid Trans UT mit Inline-Broschürenfertigung produziert seitdem die bei Sarganserländer Druck typischen Umfänge von 36 Seiten in Auflagen von durchschnittlich 2.500 Stück. Mit einer Taktleistung von bis zu 5.000 Sätzen pro Stunde sind die Jobs schnell abgearbeitet. 

Gute Perspektiven 

Die Bündelung von fünf Druckereien schuf die Möglichkeit von Investitionen in neue Produktionstechnik. Aber auch die Vereinheitlichung sämtlicher Software im Hause und die Weiterentwicklung im Online-Bereich hat Thomas Ambühl für die Zukunft fest im Fokus. 
Die große Kompetenz und Professionalität bei MKW und der Gramag lassen Ambühl auf weitere Invests bei perfektem Service hoffen. Ganz nach dem Motto: 
"s'Beschte wos je hets gits"

17.09.2020
Papierverpackung: AVD Goldach AG machts vor

Die AVD Goldach AG verpackt die von ihr produzierten Zeitschriften auf einer CMC One. Als Verpackungsmaterial kommt Papier zur Anwendung, die Verpackung ist allseitig verschlossen. Es ist eine wirtschaftlich und ökologisch interessante Alternative zum Folienmaterial.

«Verlage schauen nicht nur auf den Preis. Know-how, Flexibilität und vor allem die Geschwindigkeit gewinnen an Bedeutung. Das macht uns für die Zukunft zuversichtlich.» Das sagte Kai Hebel, Inhaber der AVD Goldach AG, in einem Interview, das diese Zeitschrift im Januar 2006 mit ihm führte. Kurz zuvor, Ende November 2005, hatte er die Rollenoffsetdruckerei von ihrem früheren Besitzer, der Vogel-Gruppe, erworben.
Die Zuversicht war berechtigt. Die AVD Goldach AG hat ihren Status als eine schweizweit führende Zeitschriftendruckerei behalten. Rund 130 Titel produziert das Unternehmen aktuell im Auftrag inländischer und ausländischer Verleger. In den letzten fünfzehn Jahren hat die AVD Goldach AG Millionenbeträge in Hochleistungstechnik investiert. Auch die Anlagen für den Zeitschriftenversand und die Weiterverarbeitung sind stets auf dem technischen Stand geblieben. Für das Verpacken und Adressieren der Zeitschriften hat die AVD Goldach AG vor zwei Jahren eine CMC-2800-Linie des italienischen Maschinenbauers CMC installiert.

Aus der CMC 2800 wird eine CMC One

Im letzten Quartal 2019 beauftragte Kai Hebel die Gramag grafische Maschinen AG, die zweijährige Versandlinie CMC 2800 zum Modell CMC One umzubauen. Neben dem Einschlag der Zeitschriften mittels Folie sollte ebenso die Verpackung mit Papier möglich sein. Über eine gewöhnliche Banderole wurde nie diskutiert. Zuviele Beilagen werden in die Zeitschriften eingesteckt, die die AVD Goldach AG produziert. Bei einer Banderole war das Risiko zu gross, dass diese Inhalte auf dem Weg zu den Lesern aus dem Paket herausfallen und verloren gehen würden.
Mit dem Modell CMC One hielt die Firma CMC die passende Technik bereit. Einem Briefumschlag gleich wird die Papierverpackung auf allen vier Seiten verschlossen. Das Prinzip leitet sich von der Kuvertierlinie CMC JWR ab. Dort werden die Kuverts inline während des laufenden Einsteckprozesses aus einer zugeführten Papierbahn formatgenau geschnitten, danach gefalzt und verklebt. Zusätzlich zur Beleimung in Längsrichtung trägt das Leimgerät je eine Klebstoffspur am oberen und unteren Ende des geschnittenen Bogens auf. Im allseitig verschlossenen Papierbogen bleiben die Zeitschrift und die darin eingesteckten Beilagen gut geschützt.
Für die Verpackung können alle Standardpapiere eingesetzt werden. In der Regel liegt das Gewicht bei 70 Gramm pro Quadratmeter. Die Produktionen hätten bisher gezeigt, dass eine Verarbeitung bei Geschwindigkeiten von 12 000 Exemplaren pro Stunde möglich sei, sagt Kai Hebel. Papier begünstige insofern eine gute Verarbeitungsstabilität, als die Zeitschriften in der Verpackung absolut plan liegen würden. Demgegenüber tendierten vor allem dünne in Folie verpackte Zeitschriften aufgrund der Spannung des Materials dazu, sich zu biegen, was den Produktionsfluss stören könne.

Weniger Rollenwechsel, höhere Produktivität

Es sind die Leserinnen und Leser, die die Verlage dazu anhalten, ihre Zeitschriften für den Versand in Papier zu verpacken. In der Branche selber ist umstritten, welches Material, Papier oder Folie, die Ökobilanz einer Zeitschrift mehr oder weniger begünstigt. Auch wissenschaftlich ist die Frage nicht abschliessend geklärt.
Für Kai Hebel gibt es einen wichtigen Grund, warum er sich für Papier entschieden hat: Er bezieht das Material bei einem Hersteller in der Schweiz und weiss über die Herkunft und die Transportwege Bescheid.
Bei der Papierverpackung zählen aber auch die praktischen Dinge. Am Ende einer Produktion mussten früher der Inhalt aus der Folienverpackung entfernt und die Materialien getrennt entsorgt werden. Dank des Papiers könne das ganze Paket jetzt einfach dem Altpapier zugeführt werden, sagt Kai Hebel. Zudem befindet sich auf einer Papierrolle dreimal mehr Material als auf einer Rolle mit Folie. Das heisst: weniger Rollenwechsel, höhere Produktivität.

Post erteilt gute Noten

Die Zeitschriftenverlage hätten die Papierverpackung sehr wohlwollend aufgenommen, sagt Kai Hebel. Denn sie seien es gewesen, die von ihren Abonnenten vermehrt auf die «ökologisch fragwürdige» Folienverpackung hingewiesen worden wären. Diese Befindlichkeiten der Leserinnen und Leser beschleunigten den Wechsel. Innerhalb weniger Wochen sei bei der AVD Goldach AG fast die gesamte Zeitschriftenproduktion von der Folien- auf die Papierverpackung umgestellt gewesen, hält er fest.
Besonders bei der Post hat die Papierverpackung grossen Zuspruch gefunden. Sind die Zeitschriften in Folie verpackt, hat der Dienstleister stets mit dem
geringen Kontrast zwischen dem transparenten Material und den im Inkjet-Verfahren gedruckten Adressen zu kämpfen gehabt. Auf der weissen Papierverpackung ist der Kontrast zur schwarzen Tinte ungleich höher, die Sortieranlagen können die Textzeilen deutlich besser erfassen. Ist der Sortiervorgang in den Verteilzentren bei Zeitschriften, die in Folie verpackt sind, eher anfällig auf Störungen, wird bei der Papierverpackung eine deutlich höhere Prozesssicherheit festgestellt.

Politik macht Druck​​​​​​​

Die CMC One, wie sie seit mehreren Wochen bei der AVD Goldach AG produziert, ist die erste in der Schweiz. Die Firma CMC brachte diese Baureihe ihrer Versand- und Adressiertechnik 1992 auf den Markt, die Linie ist innerhalb des CMC-Portfolios das meist verkaufte System seiner Art.
Wie Martin Baumann, Verkaufsleiter bei der Gramag grafische Maschinen AG, sagt, sind Druckereien in der Schweiz gegenüber der Zeitschriftenverpackung aus Papier zurückhaltend. Dabei drängt die Politik darauf, Verpackungen, die aus Kunststoffen hergestellt sind, aus dem Markt zu verbannen oder sie zumindest zu verteuern. Verpackungen aus Papier könnten eine wirtschaftlich und ökologisch interessante Alternative sein.