Aktuelles / Presse

05.04.2018
Weltweit erste K60 produziert bei Brüggli Medien

Brüggli Medien in Romanshorn arbeitet seit Anfang Jahr auf einer Kombifalzmaschine K60 von MBO. Es ist die weltweit erste einer neuen Baureihe für das 50/70-Format. Urs Seehawer, der Fachleiter Druckausrüsten, nennt gute Gründe, warum er die K60 bevorzugt hat.


Urs Seehawer, Fachleiter Druckausrüsten bei Brüggli Medien in Romanshorn, wollte nicht einfach alte Technik erneuern. «Wir sind ein Ausbildungsbetrieb. Die angehenden Berufsleute sollen ihr Handwerk auf modernen Produktionsmitteln erlernen», sagt er und hat eine neue Falzmaschine der Komplett-Revision eines älteren Modells vorgezogen. Sven Peyrot, Gesamtleiter Brüggli Medien, ist dem Vorschlag gefolgt und hat dem Kauf einer Kombifalzmaschine K60 von MBO, der weltweit ersten der neuen Baureihe, zugestimmt.

Es ist eine teilautomatisierte Falzmaschine, ausgerüstet durch sechs Taschen im Parallelbruch, zwei Schwertfalzeinheiten und eine liegende Tasche nach dem ersten Kreuzbruch. Die liegende Tasche erlaubt es, Falzbogen nach dem ersten Kreuzbruch entweder durch einen zusätzlichen Parallelbruch zu falzen, oder die Produkte zu wenden und im Zeitungsfalz auszugeben.


Der Favorit auf dem Reissbrett

Die K60 ist eine Neuentwicklung für das 50/70-Format. Als Urs Seehawer die Kombifalzmaschine zu seiner Favoritin erklärte, hatte er nicht viel mehr als erste Konstruktionszeichnungen zu Gesicht bekommen. Sein Urteil stützte er auf seinen Erfahrungen ab.

Aufgrund einer jahrzehntelangen Arbeit auf MBO-Falztechnik weiss Urs Seehawer, welche Qualitäten diese Maschinen auszeichnen. Der Buchbindeprofi denkt an den robusten Maschinenbau, die Grundlage für ein langlebiges und zuverlässig arbeitendes Falzsystem. Er erwähnt den patentierten Messerwellenschlitten im Parallelbruch, den er seitlich aus der Maschine fahren und so in aufrechter Haltung alle Werkzeuge auswechseln und einrichten kann. Urs Seehawer verweist auf den grossen, starken Trennkopf Vakulift III. Den Trennkopf hat MBO ursprünglich für die Falzmaschinen im 70/100-Format entwickelt. Er wird auf der K80, die vor rund einem Jahr eingeführt worden ist, sowie auf der K8 und auf der K8RS, nach Angaben von MBO eine der weltweit schnellsten Falzmaschinen, eingesetzt. Der Vakulift III ist ein Saugkopf der Hochleistungsklasse. Für ganz schwere Papiere ist er gleichermassen geeignet wie für die leichten Grammaturen und für das ganze Formatspektrum vom 50/70-Bogen bis hinunter zum DIN A5.

Schliesslich verbindet Urs Seehawer die MBO-Falztechnik mit einer guten Betreuung seitens der Gramag grafische Maschinen AG. Seit vielen Jahren vertritt das Handels- und Engineering-Unternehmen die Falzmaschinen in der Schweiz und ist für Beratung, Installation und Service zuständig.


Angemessen automatisiert

Neu war für Urs Seehawer auf der Kombifalzmaschine K60 die automatische Verstellung. Bisher war er sich gewohnt, Falzmaschinen komplett manuell einzurichten. Auf der K60 ist das anders: Die Taschenanschläge sowie alle Falzwalzen im Parallel- und im Kreuzbruch werden über Präzisionsmotoren eingestellt. Seehawers Urteil: Die motorischen Einstellungen stimmten sehr gut, ein Nachjustieren sei kaum notwendig. Und er gewinne Freiheit: Während die Motoren das Falzsystem justierten, bleibe genügend Zeit, um sich anderen Aufgaben zu widmen: Im Kreuzbruch die Anschläge auf das Format einstellen, Papier aufsetzen oder den nächsten Auftrag vorbereiten.

Die K60 sei angemessen und sinnvoll automatisiert, sagt Urs Seehawer. Es sei die ideale Maschine, um die jungen Leute, die bei Brüggli Medien den Buchbinderberuf erlernen, in die Welt moderner Falzmaschinentechnik einzuführen. Trotzdem biete die K60 genügend mechanische Einstellmöglichkeiten, damit die angehenden Buchbindefachleute ein gutes Gefühl für den Werkstoff Papier entwickelten.

Ein grosszügiger, berührungssensitiver Farbmonitor bildet auf der K60 die Bedienungszentrale. Hinter dem Monitor verbirgt sich die neue, frei programmierbare M1-Steuerung von MBO. Sie enthält einen umfangreichen Falzmusterkatalog, aus dem das gewünschte Falzmuster in wenigen Schritten abgerufen ist. Jetzt muss nur noch das Planobogenformat und das Endformat eingegeben werden. Auf Tastendruck bringen die Stellmotoren das Falzsystem in Position.

Was Urs Seehawer als besonders hilfreich erachtet: Muss er die Zugkraft der Falzwalzen links und rechts unterschiedlich stark einstellen, ruft er einfach am Monitor ein entsprechendes Menü auf. Gegenüber einer manuellen, rein mechanischen Verstellung hat das manchen Vorteil: Die Zugkraft wird in fest definierten metrischen Einheiten korrigiert. Urs Seehawer weiss, wieviel er auf welcher Seite verstellt hat. Die Möglichkeit, dass er in die falsche Richtung verstellt, ist praktisch ausgeschlossen. Er kann die Einstellungen zentral vornehmen und muss nicht mehrfach von der Bedienungs- auf die Antriebsseite der Maschine wechseln. «Wir korrigieren schnell, zuverlässig, präzis und können die Korrekturen nachvollziehen», erklärt er. In die neue Falzmaschine K60 zu investieren, sei die einzig richtige Entscheidung gewesen, lautet sein Fazit.


Ein soziales Engagement, das sich lohnt

Brüggli Medien ist ein Profit-Center des Vereins Brüggli mit Domizil in Romanshorn und beschäftigt rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Brüggli Medien versteht sich als Gesamtdienstleister rund um Kommunikationsfragen und zählt nach eigenen Angaben zu den grössten und modernsten grafischen Ausbildungs- und Integrationsunternehmen der Schweiz. Mehr als 30 Ausbildungsplätze bietet Brüggli Medien in den Berufsbildern Polygrafie, Fotografie, Mediamatik, Grafik, Drucktechnologie und Buchbindetechnik.

Der 1986 gegründete Verein Brüggli unterstützt Menschen, die körperlich oder psychisch beeinträchtig sind, auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Neben den grafischen Berufen fördert Brüggli junge Menschen in gastronomischen und in industriellen Berufen. In der Sparte «Industrie» unterhält der Verein Brüggli eine Entwicklungsabteilung – mit Erfolg: Ein selber entwickelter Fahrradanhänger ist durch den Design Preis Schweiz ausgezeichnet worden.

In seinem Jahresbericht weist der Verein Brüggli jeweils auf den sozialen Nutzen seines Schaffens hin. Indem der Verein hilft, den Menschen den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen, spart der Staat Sozialkosten. Werden die Kosten, die der Verein Brüggli für sein soziales Engagement aufwendet den eingesparten Sozialkosten gegenübergestellt, resultiert ein Gewinn. Dieser hat im Jahr 2015 mehr als 1,5 Millionen Franken betragen.

05.04.2018
CMC und MBO für Buchbinderei Scherrer AG

Die Buchbinderei Scherrer AG in Urdorf hat in den letzten anderthalb Jahren tüchtig investiert. Auf eine Folienverpackungsmaschine CMC 2800 im Januar 2017 folgten zu Beginn dieses Jahres zwei Falzmaschinen K80 von MBO. Hinter der neuen Technik steht das Handels- und Engineering-Unternehmen Gramag grafische Maschinen AG.


Mit 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört die Buchbinderei Scherrer AG in Urdorf nicht zu den grössten des Landes. Aber sie darf getrost von sich behaupten, einer der modernsten und fortschrittlichsten Betriebe zu sein. Fast im Jahresrhythmus wird in neue Technik investiert.

Die jüngsten Käufe hat das Unternehmen in den vergangenen achtzehn Monaten getätigt. Im Januar 2017 wurde eine CMC 2800, eine der zurzeit leistungsfähigsten Folienverpackungsmaschinen auf dem Markt, in Betrieb gesetzt. In diesem Jahr folgten zwei Kombifalzmaschinen der neuen Baureihe K80 von MBO. In beiden Fällen entschied sich die Buchbinderei Scherrer AG für Technik, die dem Unternehmen vertraut war: Die CMC 2800 ersetzte eine rund dreizehnjährige CMC Pratica desselben Herstellers. Die zwei K80-Falzmaschinen wurden anstelle einer K800 von MBO installiert.

Bei der Entscheidung galt das Vertrauen ebenso der Gramag grafische Maschinen AG. Es ist jenes Handels- und Engineering-Unternehmen, das die Produkte von CMC und MBO in der Schweiz repräsentiert und dessen Serviceleistungen von der Buchbinderei Scherrer AG seit vielen Jahren geschätzt sind.


Ein starkes Glied in der Dienstleistungskette

Die CMC 2800 bildet bei der Buchbinderei Scherrer AG das Endglied in einer kompletten Dienstleistungskette. Jene Zeitschriften, die die Buchbinderei auf Falzmaschinen, zwei Sammelheftern und zwei Klebebindern zu fertigen Produkten verarbeitet, werden auf der Folienverpackungsmaschine für den Versand fertiggestellt. Neben dem Hauptanleger ist die Maschine durch fünf Anlegestationen für das Zuführen von Beilagen ausgestattet. Die CMC 2800 verpackt bis zu 35 Millimeter starke Endprodukte.

Die Buchbinderei Scherrer AG hat ihre Folienverpackungsmaschine durch zwei Inkjet-Positionen ausgerüstet. Adressen können wahlweise auf ein Deckblatt oder anschliessend an die Verpackung auf die Folie gedruckt werden. Eine Kamera liest mitgedruckte Paketinformationen und übermittelt die Daten an den Kreuzleger. Dort werden die Pakete den Postrouten entsprechend exemplargenau aufbereitet.

Auf der Folienverpackungsmaschine wird jede einzelne Komponenten inklusive Anleger und Folienverschweissung über einen eigenen Servomotor gesteuert. Die unabhängige Antriebstechnik sichert beim Zusammentragen der einzelnen Produktbestandteile, beim Folieneinschlag und der Verschweissung ein hohes Mass an Präzision. Zudem beschleunigt der Einzelantrieb Rüstvorgänge: Anleger, die während der Produktion eines Auftrags nicht aktiv sind, können bei laufender Maschine für einen Folgeauftrag vorbereitet werden.

Zwischen 10 000 und 20 000 Exemplaren bewegt sich das Gros der Auflagen, die die Buchbinderei Scherrer AG auf der CMC 2800 verarbeitet. Vereinzelt werden Kleinstaufträge mit 500 oder Grossauflagen mit 100 000 Exemplaren zusammengetragen, adressiert und verpackt. Da ist die CMC 2800 doppelt gefordert: Einerseits müssen Auftragswechsel schnell ausgeführt sein, andererseits ist bei den hohen Auflagen im Interesse der Wirtschaftlichkeit ein stabiles Laufverhalten vorausgesetzt. Beide Bedingungen würden von der CMC 2800 erfüllt, sagt der Geschäftsführer Peter Scherrer im Gespräch.


So schnell wie ein Vollautomat

Zwei Räume nebenan hat die Buchbinderei Scherrer AG ihre Falzmaschinen eingerichtet. Zwei Kombifalzmaschinen K80 von MBO ergänzen seit Ende 2017 den Maschinenpark. Es handelt sich um ein neues Maschinenmodell für das B3-Format (70 x 100 Zentimeter). MBO hat die Maschine im Sommer 2017 im Markt eingeführt. Die Buchbinderei Scherrer AG hat beide Maschinen durch einen Rundstapelanleger, vier Taschen, zwei Falzschwerter sowie eine liegende Tasche nach dem ersten Kreuzbruch ausgerüstet. Die gestapelten Falzbogen werden über eine mobile Stapelauslage A 500 ausgegeben.

Die K80-Falzmaschinen der Buchbinderei Scherrer AG sind teilautomatisiert,  die Falzwalzen im Parallelbruch sowie im ersten und zweiten Kreuzbruch werden motorisch verstellt.

Auf eine automatische Verstellung der Anschläge im Kreuzbruch wurde verzichtet. Mehr Automation brauche es nicht, sagt Peter Scherrer. Die K80 sei ebenso schnell eingerichtet wie ein Vollautomat. Als entscheidend für die Produktivität erachtet er, dass eine Falzmaschine bis in den obersten Geschwindigkeitsbereich – im konkreten Fall bei 230 Metern pro Minute – stabil produziere. Auf die K80 treffe das zu.


Was die MBO-Falztechnik einzigartig macht

In der neuen Kombifalzmaschine K80 hat MBO Komponenten verbaut, die sich in allen bisherigen Maschinenmodellen bewährt haben. Im Taschenfalzwerk sind die sogenannten Virotec-Falzwalzen eingesetzt. Sie sind durch ein spezielles PU-Material beschichtet und die Segmente abwechselnd zueinander versetzt. Auch bei anspruchsvollen Papieren mit glatter Oberfläche sollen nach Angaben von MBO ein präziser Transport und eine hohe Falzqualität gesichert sein.

Ein besonderes Merkmal ist die Messerwellenkassette im Parallelbruch, die sich seitlich herausziehen lässt. Der Bediener erhält einen bequemen Zugang zum Messerwellenpaar und kann alle Werkzeuge in aufrechter Haltung auswechseln bzw. justieren. MBO hat das Prinzip der herausziehbaren Messerwelle patentrechtlich geschützt.

Vielfach werden in Falzmaschinen nach dem ersten Kreuzbruch die Falzwalzen als Werkzeugträger für das Rillen, Perforieren und Schneiden verwendet. Das Aus- und Einbauen der Falzwalzen für einen Werkzeugwechsel ist vergleichsweise aufwendig. MBO hat in ihren Kombifalzmaschinen der S-KTL-Baureihen einen anderen Weg gewählt und nach dem Falzschwert und der liegenden Tasche ein separates Messerwellenpaar eingebaut. Über Steckachsen lassen sich die Messerwellen für einen Wechsel der Werkzeuge einfach und schnell herausnehmen und wieder einsetzen.


Die dritte Generation übernimmt

Die Buchbinderei Scherrer AG ist seit drei Generationen in Familienhand. Peter Scherrer vertritt mit seinem Bruder Hansjürg und dessen Ehefrau Trix die zweite Generation. Weiterführen wird das Unternehmen Michael, der Sohn von Hansjürg und Trix. Nach seiner Ausbildung zum Maurer hat er den Reiz des Buchbinderhandwerks entdeckt. Ein gutes maschinentechnisches Verständnis und eine starke Affinität zum Werkstoff Papier zeichnen den Quereinsteiger aus. Als Mitglied der Geschäftsführung ist Michael im Familienbetrieb für die Produktion verantwortlich.