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23.09.2020
Alliance Days, das virtuelle Erlebnis vom 24. - 27.11.2020

Der lang erwartete erste gemeinsame Auftritt der Postpress Alliance naht

Nutzen Sie die Alliance Days und entdecken Sie unsere technologischen Neuheiten, Vernetzungs- und Automatisierungs-Lösungen; ob ausschließlich virtuell, über eine individuelle Online-Live-Demo oder - auf Wunsch und nach Möglichkeit - bei einem persönlichen Termin vor Ort in einem unserer Showrooms. Natürlich unter Berücksichtigung der COVID-19 Sicherheitsmaßnahmen. Unser mehrstufiges Programm verfolgt das eine große Ziel: Ihnen, unseren Kunden und Geschäftspartnern endlich wieder ein Stück näher zu sein! Denn wir haben viel zu zeigen:

Bograma der Experte in Sachen Stanzen:
– Automatische Spielkartenproduktionsanlage zum Stanzen, Abstapeln und Cellophanieren von Spielkartendecks.
– Doppelstanzlinie für das Stanzen und Abstapeln von Faltschachteln mit dem neuen Prinzip „erst rillen, dann stanzen“.
– Die kompakte und preislich attraktive Stanzmaschine BSR 550 basic, für die wirtschaftliche Produktion von kleinen und mittleren
Auflagen.

H+H beweist seine Kompetenz durch Neues rund um
– die Welt des Mailings
– Anwendungen von Printprodukten für die Pharma-, Kosmetik-, Chemie-, Nahrungsmittel- und Agrarindustrie.

Hohner mit der Kernkompetenz im Drahtheften präsentiert:
– Den Hohner Hybrid Stitcher “HHS Futura” das Multifunktionskonzept mit bis zu fünf Funktionen für die individuelle
Broschürenfertigung,
– Hohner’s vollautomatisierten HSB 13.000 inklusive vieler Neuerungen mit echtem Mehrwert.

MBO mit klarer Expertise im Falzen setzt auf Robotics:
– Der CoBo-Stack beweist anhand von zwei Falzmaschinen die enorme Arbeitserleichterung der modernen Robotertechnik bei
minimalem Personalbedarf.
– Die K80 präsentiert sich als Kombifalzmaschine mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis und tollen Features, wie dem
neuen Trennkopf Vacujet.

baumannperfecta präsentiert Innovationen in den Bereichen Schütteln, Schneiden und Robotics. Erleben Sie zukunftsorientiert Automatisierungslösungen wie:
– Die erste vollautomatische Schüttel- und Schneidelinie weltweit
– Die neue BASA evolution, der Einstieg ins automatische Schütteln
– Die neue Generation Schneidemaschinen mit neuem Design, neuer Steuerung und neuen Funktionen
– Workflow und Vernetzungslösungen für die smarte Produktion

Wohlenberg Die Klebebinder aus dem Hause Wohlenberg bieten eine einzigartige Vielfalt in der Anwendungstechnik.
Entdecken Sie die ideale Konstellation für die Kleinauflagen-Fertigung mit dem Quickbinder Edition Digital und dem Dreischneider
D09.

Und über alle Bereiche hinweg: MIS-Vernetzung mit offenen Schnittstellen.

Gespannt?
Zögern Sie nicht. Nur wenige Klicks trennen Sie von diesem Erlebnis. Sichern Sie sich Ihren virtuellen Besuch und Ihre persönliche Demo und registrieren Sie sich bereits jetzt hier. Erleben Sie Postpress Know-how in konzentrierter Form. Besuchen Sie unseren virtuellen Showroom – informativ, spannend, emotional.

30.03.2020
Massenindividualisierung durch CMC Carton Wrap 1000 bei Digitec Galaxus

Industrielle Massenproduktion mit den Möglichkeiten der Individualisierung zu verbinden, ist ein Traum, der dank Verwendung digitaler Vernetzung und entsprechender Technik mittlerweile möglich geworden ist. Die grafische Branche schaut bei diesen Themen vor allem auf das Druckprodukt, ganz speziell nun auch im Drupa-Jahr. Doch wie sieht es beispielsweise damit in der Verpackung aus? Gramag, welche CMC in der Schweiz vertreibt, kann bei Digitec Galaxus AG eine spannende Vorzeigeinstallation vorweisen, die man nur als höchst faszinierend bezeichnen kann.

swiss print+ communication besuchte das grosse Logistikzentrum von Digitec Galaxus AG im aargauischen Wohlen. Hier unterhält das Unternehmen, in den ehemaligen Räumlichkeiten der Stahlgiesserei Ferro, ein grosses Logistikzentrum auf mittlerweile über 46 000 Quadratmetern. Der Ausbau erfolgt permanent. Derzeit sind über 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. 2017 wurde in einem umfangreichen Ausbau ein vollautomatisiertes Hochregallager in Betrieb genommen. Sechzehn Roboter greifen nach den Bestellungen der Kunden und leiten sie an die Verpackungsabteilung weiter. Hier befinden sich die CMC Maschinen. Die Dimensionen der Räumlichkeiten kann man nur als gigantisch bezeichnen. Die Fläche entspricht in etwa sieben Fussbalfeldern und auf einer Regallänge von rund 110 km (!) passen 110 000 Artikel. Das Unternehmen bietet derzeit rund 3,2 Millionen Produkte an. Digitec Galaxus AG ist ein Wachstumsmotor. Das Umsatzwachstum 2019 betrug 19%. Wie stark das Wachstum ist, erkennt man auch bei den Mitarbeiterzahlen. Bei Einrichtung des Hochregallagers waren in Wohlen rund 300 Menschen beschäftigt. Jetzt sind es, wie bereits erwähnt, über 450. Dass es nicht mehr sind, hat auch mit der 2018 erfolgten Installation der CMC-Systeme zu tun. Alexej Tauss von Digitec Galaxus AG erklärt: «Ohne die Maschinen hätten wir das Wachstum nicht bewältigen können. In der Vergangenheit verwendeten wir verschiedene Standardpaketgrössen für die Verpackungen der Sendungen. Die Individualisierung erfolgte mit der entsprechenden Menge an Füllmaterial. Wir gerieten an unsere Kapazitätsgrenzen und suchten eine Lösung, bei der jedes Paket massgeschneidert verpackt werden kann.»

Die Lösung
Heute wird im Logistikzentrum in Wohlen folgendermassen gearbeitet: ganz grosse, ganz kleine und sehr zerbrechliche Gegenstände werden nach wie vor von Hand verpackt. Alles, was in der Norm ist, kann hingegen auf die beiden CMC-Anlagen, Carton Wrap 1000, genannt, geschickt werden. An grossen Förderbändern stehen die Mitarbeitenden und nehmen die individuellen Lieferungen entgegen. Jeder Liefergegenstand ist im ERP-System erfasst und wird bei jedem Arbeitsschritt abgescannt. Das kann in einem Fall eine Playstation sein, in anderem Fall zwei Pack Windeln und ein Buch, und in einer wiederum anderen Bestellung sechs Dosen Tiernahrung mit unterschiedlicher Dosengrösse. Ein Kartonboden wird auf das Förderband gelegt, die Lieferung draufgestellt und ein Band darum gezogen. Nun fährt die Lieferung auf einem Förderband in eine Messstation. Die Sensoren messen Höhe, Breite und Länge, die es braucht, um die Verpackung herzustellen. Über weitere Förderbänder wird nun die Lieferung weitertransportiert und die nötige Menge Karton (welche auf einem grossen Paternoster aufgerollt ist) rund um die Lieferung zugeschnitten, gerillt, zugefalzt
und verklebt. Der ganze Prozess erfolgt in wenigen Sekunden. Der Anlage beigefügt sind Geräte, wie sie im Couvertversand Standard sind. Somit können beispielsweise Gutscheinaktionen bewerkstelligt werden. Beispiel: jeder Lieferung mit Katzennahrung soll ein Spezialgutschein zugefügt werden. Am Ende wird die geschlossene Verpackung mit der Lieferadresse etikettiert und an die verschiedenen Ausgabestationen für den Versand weitertransportiert. Durch die komplette Vernetzung aller Artikeldaten ist es beispielsweise auch kein Problem, wenn im Prozess eine Verpackung beschädigt wird (was vorkommen kann) und somit nochmals verpackt werden muss. Was sich hier so technischtrocken liest, ist in der Realität absolut faszinierend zu beobachten. Jedes Paket ist individuell und es spielt absolut keine Rolle, welche Grösse die Gegenstände haben oder wie gross die Anzahl ist, solange sich der einzelne Kundenversand in der vorgegebenen Norm bewegt. Auch hier kann man die Dimensionen schlichtweg nur als gigantisch bezeichnen. Am Black Friday 2019 wurden gegen 45 000 Pakete aufbereitet und versandt, jedes davon ein Unikat. Das ist industrielle Massenindividualisierung in reinster Form!

CMC und Gramag
Die italienische CMC wurde 1980 gegründet. Damals stellte man Kartonverpackungssysteme für die Lebensmittelbranche her. 1984 stellte man Folienverpackungsmaschinen für die Zeitungs- und Magazinbranche vor. 1995 eröffnete man sich ein völlig neues Marktsegment mit Couvertiermaschinen. Hier positionierte man sich bald einmal als einer der weltweiten Marktführer. Im Zuge der Entwicklungen rund um den Digitaldruck setzte man ebenfalls auf komplexe POD-Lösungen sowohl für den Papier- wie auch für den Kartonbereich. 2013 stellte man den Prototypen einer Kartonverpackungsmaschine, die individuelle
Verpackungsgrössen herstellt, vor: die CartonWrap 1000, welche bei der Digitec-Galaxus im Einsatz ist. In den letzten Jahren wurde das System permanent weiterentwickelt und verbessert. Während das traditionelle Geschäft mit Couvertmaschinen stagniert und teilweise rückläufig ist, verkauft sich die CartonWrap 1000 vor dem Hintergrund eines stark wachsenden Onlinhandels wie «warme Brötchen». Aus Wettbewerbsgründen möchte sich CMC da aber nicht allzu tief in die Karten schauen lassen. Die Gramag AG, welche seit über zwanzig Jahren tätig ist, kennt man in der grafischen Branche als umfassenden Weiterverarbeitungslösungsanbieter. Das vom Papierbohren über Falzen/Heften/Klebebebinden bis hin zu Markieren oder Stapeln. Dabei vertritt und betreut die Gramag AG exklusiv prominente Marken: MBO, HH Herzog+Heymann, Hohner oder Dürselen. Vor Kurzem hat man die italienische
Firma Tecnau ins Portfolio genommen, welche innovative Lösungen für die Endfertigung von individualisierten Buchproduktionslösungen anbietet. Bei Gramag macht man kein Geheimnis draus, dass der grafische Markt rückläufig ist und man sich gezielt im Verpackungssegment weiterentwickelt. Neben den Kartonverpackungsmaschinen von CMC für den E-Commerce-Bereich vertreibt man Schlauchbeutel- und Abfüllmaschinen. Dementsprechend hat man sich «farblich» aufgestellt: die blaue Farbe für das grafische Segment, die grüne Farbe
für die Verpackung. Mit der CMC CartonWrap 1000 ist man jedenfalls bereits erfolgreich in einem Wachstumsmarkt positioniert. Martin Baumann, Geschäftsleitungsmitglied und verantwortlich für die Digitec-Galaxus-Installation: «Der Verkauf der CMC CartonWrap 1000 ist für uns sehr erfreulich. Allerdings darf man nicht vergessen, dass der Markt für solche Installationen in der Schweiz relativ überschaubar ist.»

16.12.2019
Gramag vertritt Tecnau in der Schweiz und in Liechtenstein

Ab sofort verantwortet die Gramag grafische Maschinen AG in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein den Vertrieb und Service für die Produkte der Firma Tecnau SRL. Das in Reiden (LU) ansässige Handels- und Engineeringunternehmen ergänzt damit sein Portfolio durch Maschinen und Systeme für den Weiterverarbeitungsprozess in digitalen Produktionslinien. Die Tecnau-Systeme richten sich an Anwender im Transaktions- und Transpromotionsdruck, in der DirectMailing-Herstellung und in der Bücherproduktion (Book on demand). In der Gramag habe Tecnau einen kompetenten Vertriebspartner gefunden, der in seinen Märkten seit Jahrzehnten etabliert und erfolgreich tätig sei, heisst es bei Tecnau. Die Gramag grafische Maschinen AG vertreibt in der Schweiz unter anderem die Falzmaschinen von MBO, die Sammelhefter der Firma Hohner sowie Kuvertier- und Verpackungslinien des italienischen Herstellers CMC. Von CMC stammt auch die Carton-Wrap, eine Konfektionier- und Verpackungslinie für den Artikelversand im E-Commerce. Die Carton-Wrap produziert innerhalb des Verpackungsprozesses Kartonboxen, deren drei Dimensionen dynamisch dem jeweils zu verpackenden Produkt angepasst werden.

16.12.2019
Der CoBo-Stack übernimmt

Anlässlich einer Open House wird MBO am 5. und 6. September in Oppenweiler (Deutschland) den CoBo-Stack vorstellen. Der kollaborative Roboter übernimmt im Anschluss an Falzmaschinen die Signaturenstapel und setzt sie auf Paletten ab.

Am 5. und 6. September lädt der Falzmaschinenbauer MBO zur einer Open House an den Hauptsitz in Oppenweiler ein. Von besonderem Interesse wird der kollaborative Roboter CoBo-Stack sein. Der Cobo-Stack (CoBot ist ein Wortkonstrukt und setzt sich aus Collaborative und Robot zusammen) übernimmt an der Auslage von Falzmaschinen die Signaturenstapel und setzt sie präzise ausgerichtet auf Paletten ab. Dank eines alternierenden Absetzens auf beiden Seiten der Auslage kann im Nonstop-Betrieb produziert werden. Der CoBo-Stack kann an Auslagen der Baureihen A500 und A700 von MBO sowie an die Auslagen alpha 500/700 und 500plus/700plus von palamides angeschlossen werden. Eine eigene Steuerung ermöglicht es, bestehende Auslagen nachzurüsten. Wie das Prädikat «kollaborativ» suggeriert, ist der CoBo-Stack für die Zusammenarbeit mit
Menschen gebaut. Der Roboter bewegt sich frei und ist von keinem Schutzkäfig umgeben. Der CoBo-Stack hält automatisch inne, sobald er physisch mit einem anderen Körper in Berührung kommt.


Darauf hat der Markt gewartet

Der CoBo-Stack feierte Mitte Mai anlässlich einer Open House bei der Baumann Maschinenbau in Solms Weltpremiere. Der Roboter habe grossen Zuspruch erfahren, hat MBO anschliessend an die Erstpräsentation mitgeteilt. Nachdem während der Open House in Solms bereits zwölf CoBo-Stack bestellt worden sind, hat MBO inzwischen acht weitere Systeme verkauft. Auch in der Schweiz hätten mehrere Druckereien ihr Interesse am CoBo-Stack bekundet, wie Rolf Müller, Geschäftsführer der Gramag grafische Maschinen AG, sagt. Gramag (Reiden, LU) ist in der Schweiz für den Vertrieb und den Service rund um die Produkte von MBO und der Tochterfirma Herzog+Heymann verantwortlich (siehe auch Kastentext). Die vielen Verkäufe innerhalb eines kurzen Zeitraums zeigen: Längst hat der Markt auf eine derartige Hilfe gewartet, die die Arbeit an der Falzmaschine erheblich erleichtert. Denn der CoBo-Stack befreit die Bedienperson davon, die Signaturenstapel manuell auf die Paletten abzusetzen. Das bedeutet nicht nur weniger körperlich anstrengende Arbeit; während der CoBo-Stack selbstständig und zuverlässig seine Aufgabe erledigt, kann die Bedienperson ihre ganze Aufmerksamkeit dem Falzprozess widmen, die Produktion überwachen und einen nächsten Auftrag vorbereiten. Die manuelle Arbeit an der Auslage beschränkt sich darauf, die mit Signaturenstapeln gefüllten Paletten zu entfernen und Leerpaletten bereitzustellen.


Für das mittlere und obere Leistungssegment

MBO hat gemäss eigenen Angaben den CoBoStack für Buchbindereien und Druckereien entwickelt, die ein- bis zweischichtig arbeiten und mittlere bis grosse Auflagen produzieren. Vor allem bei der Verarbeitung von 16-, 24- und 32-seitigen Signaturen ermögliche der CoBoStack einen wirtschaftlichen Produktionsbetrieb, bestätigt Rolf Müller. Der CoBo-Stack ist für die Arbeit an den schnellsten Falzmaschinen gebaut. Auf der Open House bei Baumann übernahm der Roboter die Signaturenstapel im Anschluss an eine Falzmaschine der Baureihe MBO K8RS. Die Maschine produziert bei einer Einlaufgeschwindigkeit von bis zu 275 Metern pro Minute. Nach Aussagen von MBO gehört sie in der Formatklasse 70×100 Zentimeter zu den schnellsten auf dem Markt.


Anbindung an MIS-Software

Der CoBo-Stack von MBO ermöglicht es Buchbindereien und Druckereien, den Produktionsprozess auf Falzmaschinen spürbar zu rationalisieren. In dieselbe Richtung weist der MBO Datamanager 4.0, der es ermöglicht, die Maschinensteuerung an ein Management-Informationssystem (MIS) anzubinden. Beispielhaft wurden auf der Baumann Open House die Produktionsdaten von der Management-Plattform Keyline an die Falzmaschine K8RS übertragen. Keyline ist eine Cloud-Software und wird vom deutschen Unternehmen Crispy Mountain GmbH entwickelt. Umgekehrt übermittelte die Maschinensteuerung nach Auftragsende die Betriebsdaten an die Management-Plattform. Den Angaben zufolge verfügt der MBO Datamanager 4.0 über eine offene Schnittstelle und kann an «nahezu jedes» Management-Informationssystem angebunden werden.

06.09.2019
Open House von MBO in Oppenweiler

Weiterverarbeitung nach Art des Hauses

Anfang September lud der Falzmaschinenhersteller MBO zu einer Open House nach Oppenweiler ein. Nicht die Falzmaschinen an sich standen im Mittelpunkt. Interessiert haben periphere Robotik, neue Steuerungstechnik und eine offene Schnittstelle zwischen MIS und Weiterverarbeitung.

In der Ortschaft Oppenweiler, rund 25 Kilometer nordöstlich der Stadt Stuttgart, hat der Falzmaschinenbauer MBO sein Domizil. Dorthin reisten Anfang September Fachleute aus der Druckindustrie, unter ihnen eine grössere Delegation aus der Schweiz. Das Interesse der Besucher galt vornehmlich dem neuen Roboter CoBo-Stack, der M1-Steuerung in den Varianten Basic und Advanced sowie dem Datamanager 4.0.


CoBo-Stack bringt Entlastung

Der MBO CoBo-Stack ist ein sogenannter Kollaborativroboter. Er übernimmt am Ausgang von Falzmaschinen aller Hersteller die Signaturenstapel und setzt sie nach festgelegten Mustern, die am Bedienpanel angewählt werden, auf Paletten ab. Der CoBo-Stack ist in der Lage, die Signaturenstapel auf beiden Seiten der Auslage abzusetzen. Eine Produktion im Nonstop-Betrieb ist dadurch sichergestellt. Die Schnittstelle zwischen Auslage und Roboter bilden Transportrollen. Ein Nachrüsten bestehender Falzmaschinen durch den CoBo-Stack ist möglich.

Der CoBo-Stack sei für Druckereien und Buchbindereien entwickelt worden, die ein- bis zweischichtig arbeiteten und mittlere bis grosse Auflagen produzierten, hält MBO fest. Vor allem für die Verarbeitung von 16-, 24- und 36-seitigen Signaturen sei der Roboter eine wirtschaftliche Alternative zum manuellen Absetzen der Signaturenstapel. Die Bedienperson werde durch den Roboter von körperlich anstrengender Arbeit entlastet. Sie könne sich ganz dem Falzprozess widmen, die Produktion überwachen und den nächsten Auftrag vorbereiten, heisst es bei MBO.

Wie das Prädikat «kollaborativ» sagt, ist der CoBo-Stack explizit für die Zusammenarbeit mit Menschen gebaut. Der Roboter bewegt sich frei und ist von keinem Schutzkäfig umgeben. Er hält automatisch inne, sobald er physisch mit einem anderen Körper in Berührung kommt.

In Oppenweiler produzierte der CoBo-Stack im Anschluss an zwei Kombifalzmaschinen: eine MBO K8RS – sie ist mit 275 Metern pro Minute Einlaufgeschwindigkeit angeblich eine der schnellsten Maschinen in der 70/100-Zentimeter-Kategorie – und eine MBO K8. Bei beiden Maschinen handelte es sich um automatisierte Falzsysteme; der Anleger mit dem Saugkopf, die Falzwalzen sowie die Anschläge in den Taschen und im Schwertfalzwerk wurden motorisch verstellt.


M1-Steuerung neu auf der T50

Bis vor wenigen Jahren setzte MBO auf den Falzmaschinen unterschiedliche Steuerungen ein. Zu den älteren Versionen gehörten die MC-Steuerung und der Navigator. Anlässlich der letzten Open House vor rund sechs Jahren folgte mit der M1-Technologie eine neue Steuerungsgeneration. Inzwischen hat MBO das ganze Portfolio bereinigt und die neue Steuerung auf fast alle Falzmaschinenmodelle übertragen.

Das jüngste Modell, das serienmässig mit der M1-Steuerung geliefert wird, ist die T50, eine Taschenfalzmaschine für das 50/70-Format. Die T50 kann durch zwei Falzwerke mit jeweils bis zu sechs Taschen und einem Schwertfalzwerk ausgestattet werden.

Die M1-Steuerung steht in den Varianten Basic und Advanced für alle Falzmaschinenmodelle von MBO bereit. Bei der Basic-Variante wird das Falzsystem vom ersten Falzwerk aus an einem 10,1-Zoll-Monitor bedient. An diesem Monitor kann der Bediener auf den vollen Funktionsumfang der Steuerung zugreifen. Bei den nachfolgenden Falzwerken ist die Bedienung auf die Start- und Stopp-Funktionen beschränkt.

Deutlich weiter geht der Funktionsumfang bei der Steuerung M1 Advanced. Die Bedienung des Falzsystems ist am ersten Falzwerk über einen 15,6-Zoll-, an den nachfolgenden Werken über einen 10,1-Zoll-Monitor möglich. Neben einem hinterlegten Katalog mit Standardfalzarten kann der Bediener in einem Expertenmodus individuelle Falzarten konfigurieren. Die Steuerung überprüft selber, inwieweit eine Falzart möglich ist und weist auf mögliche Fehler hin. Sensoren überwachen den Falzprozess. Sie kontrollieren die Bogenlängen und verfolgen das Ziel der Falzbogen. Über einen Router können Service-Techniker von MBO im Remote-Modus auf die Maschinensteuerung zugreifen. Vorausgesetzt ist, dass der Kunde das System vorgängig freigegeben hat.


Datamanager 4.0: Offen auf alle Seiten

Die M1-Steuerung ist in der Advanced- und der Basic-Variante mit dem Datamanager 4.0 von MBO kompatibel. Der Datamanager 4.0 ist eine Software, die von MBO entwickelt worden ist und Management-Informationssysteme (MIS) mit MBO-Falzmaschinen sowie Weiterverarbeitungstechnik von Drittanbietern verbindet. Die Kommunikation beruht auf dem JDF/JMF-Standard.

In Verbindung mit einem Management Informationssystem arbeitet der Datamanager 4.0 als reines Interface unsichtbar im Hintergrund. Die Informationen fliessen in beiden Richtungen. Das heisst: Der Datamanager 4.0 übernimmt die geforderten Informationen zu einem Auftrag aus einem MIS und reicht sie zur Steuerung der Produktion weiter an ein Weiterverarbeitungssystem. Umgekehrt empfängt der Datamanager 4.0 die Betriebsdaten vom Weiterverarbeitungssystem und übermittelt sie zurück an das MIS. Aufgrund dieser Rückmeldungen aus der Produktion können vorkalkulierte Kosten dem tatsächlichen Aufwand gegenübergestellt (Nachkalkulation), Statistiken erstellt und Produktionen ausgewertet werden.

Wie MBO betont, ist der Datamanager 4.0 vollkommen offen und kommuniziert mit jedem MIS, das ebenso offen ist.

Produktionsseitig werden zurzeit neben den Falzmaschinen von MBO die Schneidemaschinen von Wohlenberg-Baumann, die Sammelhefter der Hohner Maschinenbau GmbH und die rotativen Stanzmaschinen der Bograma AG unterstützt. Ihre Kooperation unterstreichen die vier Partner anlässlich der Drupa 2020 in Düsseldorf (16. bis 26. Juni) auf einem gemeinsamen Messestand in der Halle 16.
 

Ein autonomes Planungs- und Steuerungswerkzeug

Jene Produktionsbetriebe, die nicht mit einem MIS arbeiten, können ihre Druckweiterverarbeitung über den Datamanager 4.0 planen und steuern. Das Benutzer-Interface läuft zurzeit als proprietäre Software auf Windows Betriebssystemen für Desktop-Rechner, Laptops und mobile Endgeräte. Dereinst soll der Datamanager 4.0 für die Browser-Technologie verfügbar sein.

Im Datamanager 4.0 werden der Maschinenpark des jeweiligen Produktionsbetriebs und die möglichen Produktionsvarianten (Falzschemas der Falzmaschinen, Anzahl und Art der Anleger auf einem Sammelhefter, etc.) abgebildet. Das Anlegen einer Kundendatenbank und eines Papierkatalogs ist möglich. Eine elektronische Plantafel zeigt den Status der Aufträge und erlaubt es, deren Reihenfolge interaktiv zu ändern. Die Änderungen werden vom Datamanager 4.0 in die Jobliste der Maschinensteuerung übertragen. Sofern die Maschine motorisch verstellbar ist, wird sie automatisch auf den neuen Auftrag eingestellt.
 

In der Workflow-Gestaltung liegt Potenzial

Die mechanischen Produktionsgeschwindigkeiten auf Weiterverarbeitungsmaschinen sind ausgereizt. Hohe Geschwindigkeiten verlieren ohnehin an Stellenwert, weil es zusehends kleine Auflagen zu verarbeiten gilt. Gefordert sind vielmehr schnellstmöglich ausgeführte Rüstvorgänge, wenn von einem Auftrag auf den nächsten umgestellt wird. Es ist deshalb folgerichtig, wenn MBO sich darauf konzentriert, Arbeits- und Produktionsprozesse zu automatisieren und zwischen den einzelnen Produktionsstufen kompatible Schnittstellen herzustellen. Der CoBo-Stack, die Ausrüstung der Falzmaschinen durch eine einheitliche Steuerung und der gegenüber Drittsystemen offene Datamanager 4.0 weisen in die richtige Richtung.


Ein Besuch bei Hohner in Tuttlingen

Wird für die Reise nach Oppenweiler die Stadt Schaffhausen als Ausgangspunkt gewählt, führt der Weg an der Ortschaft Tuttlingen im Donautal vorbei. Die Delegation aus der Schweiz nutzte die Gelegenheit für einen Besuch bei der Firma Hohner Maschinenbau GmbH, einer Herstellerfirma von Sammelheftern, die in Tuttlingen zu Hause ist. Wie für die MBO-Falzmaschinen ist die Gramag AG hierzulande für Vertrieb und Service der Hohner-Sammelhefter verantwortlich.

Hohner hat zunächst durch die Entwicklung seiner Heftköpfe Weltbekanntheit erlangt. Es gibt kaum einen namhaften Hersteller von Sammelheftern, der seine Maschinen nicht selber oder auf ausdrücklichen Wunsch seiner Kunden hin durch Hohner-Heftköpfe ausrüstet.

Ihre ersten Sammelhefter entwickelte die Firma Hohner in den 1970er-Jahren. Auf der Ipex 1998 präsentierte das Unternehmen die erste Maschine jener HSB-Modelle (HSB: Hohner Saddle Binder), die heute neben anderen etablierten Marken zur Weltspitze gehören. Zur Drupa 2016 hat Hohner das Maschinenprogramm gestrafft. Aktuell führt das Unternehmen den HSB 9.000, den motorisch verstellbaren HSB 13.000 und den HSB Digi-FS 8 (Digifinisher) im Angebot. Der HSB 9.000 zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die einzelnen Komponenten (Anleger, Heftstation, Dreischneider) ohne Werkzeuge eingestellt werden. Der HSB 13.000 ist durchgängig motorisch verstellbar und verarbeitet ein maximales Falzbogenformat von 475 x 325 Millimeter. Hohner rüstet die Sammelhefter der HSB-Baureihen durch Vertikal-, Horizontal- und Umschlaganleger aus.

Über fünfhundert Sammelhefter von Hohner stehen weltweit im Einsatz. Auch in der Schweiz produzieren Druckereien mit dieser Technologie. Als letztes gingen in diesem Frühjahr ein HSB 9.000 und ein HSB 13.000 in Betrieb.

 

01.12.2018
Hunkeler Innovation Days 2019

Wir laden Sie herzlich ein, uns am Stand B3 in der Halle 1 zu besuchen. Sichern Sie sich bereits heute hier Ihren kostenlosen Eintritt.

Die Hunkeler Innovation Days 2019 finden vom 25. bis 28. Februar 2019 auf dem Messegelände Allmend in Luzern statt.

16.10.2018
Digitec Galaxus nimmt neue Verpackungsmaschinen in Betrieb

Der Online-Versandhändler nimmt zwei neue Verpackungsmaschinen in Betrieb, um Füllmaterial und somit Abfall zu minimieren.

Digitec Galaxus verpackt neu gegen 90% seines Sortiments automatisiert und ohne Füllmaterial. Möglich machen das zwei moderne Verpackungsmaschinen im Zentrallager des Schweizer Onlinehändlers: Sie umschliessen die Bestellungen mit massgeschneiderten Kartonschachteln und schützen sie so vor Transportschäden.

Die Maschinen, die den Ressourcenverbrauch reduzieren sollen, heissen CartonWrap (auf Deutsch in etwa: Karton-Wickler) und kommen vom Hersteller CMC im italienischen Città di Castello. Verkauft und installiert wurden beide Maschinen durch die Firma Gramag AG.

Den ganzen Artikel lesen Sie hier.

Bilder: Thomas Kunz

07.09.2018
Intelligente Placement-Lösungen von Herzog+Heymann

Herzog+Heymann, der Spezialist für Sondermaschinenbau im Bereich Druckweiterverarbeitungsmaschinen und Mitglied der MBO-Gruppe, lädt vom 19. bis 22. September 2018 zur Open House nach Bielefeld. Insgesamt warten auf die Besucher/innen der Veranstaltung sechs Linien aus den Marktsegmenten Pharmafalzung, Mailing, Matching, Aufspenden, Packaging und Fulfillment.

Mit der Mailing-Linie stellt Herzog+Heymann eine intelligente Placement-Lösung vor. Mit Hilfe eines Inkjet Systems werden weiße Plastikkarten im Scheckkartenformat inline bedruckt. Ein ebenfalls aufgedruckter QR-Code steuert den Anleger für die bedruckten Karten. In diesem QR-Code ist die Information hinterlegt, wie viele Karten der Pick & Place Roboter an welcher Stelle in das eigentliche Mailing platzieren soll. Zum Fixieren der Karten kommt ein Heißleimsystem von hhs zum Einsatz.

Der Inline-Druck hat für den Anwender den großen Vorteil, dass Blankokarten günstig auf Vorrat eingekauft und nach Bedarf (on demand) bedruckt werden können. Denkbare Anwendungen sind beispielsweise der personalisierte Versand von Club-, Bank-, Versicherungs- und sonstigen Karten. Neben den Karten lassen sich aber ebenso gut Produktproben personalisieren und mit dem Pick & Place Roboter sicher in das Mailing platzieren. Die Produktproben können ein Gewicht von bis zu drei Kilogramm aufweisen und zum Beispiel Waschmittel, Saft, Parfum oder Make-Up enthalten.

Das eigentliche Mailing, also das Trägermaterial, auf das die Plastikkarten oder Produktproben aufgebracht werden, wird in der Mailing-Linie inline in Form gebracht. Mit Hilfe der Rotativen Stanzmaschine BSR 550 Servo von Bograma werden die Ecken des Trägermaterials gerundet, ein Fensterbereich für die Empfängeradresse wird ausgestanzt und es werden zwei Schlitze zum Einstecken einer Visitenkarte geschnitten. Die Innenstanzung für das Adressfenster wird ausgebrochen und zusammen mit dem restlichen Abfall automatisch abgeführt. Neben Stanzungen können mit der BSR 550 Servo auch extrem passgenaue Perforationen, Rillungen und Blindprägungen umgesetzt werden. Die Werkzeugtechnik der Stanzmaschine ist einfach, was für kurze Rüstzeiten sorgt.

Wenn Sie neugierig geworden sind auf die Open House von Herzog+Heymann, melden Sie sich bitte per E-Mail an: info@herzog-heymann.com. Für das leibliche Wohl während der Veranstaltung wird selbstverständlich gesorgt.

Weitere Informationen
Herzog+Heymann

03.08.2018
W. Thomann AG falzt auf Herzog + Heymann

Die W. Thomann AG falzt auf einer Kleinfalzmaschine von Herzog + Heymann Beilagen für Pharmaverpackungen und andere kleinformatige Produkte. Ein doppeltes Kamerasystem sichert die fehlerfreie Qualität. Dank einer Waterscoring-Vorrichtung treffen bei kleinen Formaten und hohen Seitenumfängen gut planliegende Endprodukte in der Auslage ein.

Investiert eine Buchbinderei in eine neue Falzmaschine, ist das an sich nichts Bewegendes. Doch das Interesse wächst, wenn die Falzmaschine technische Merkmale aufweist, wie sie im Markt selten anzutreffen sind. So geschehen bei der W. Thomann AG in Ebikon (LU), die seit diesem Frühjahr auf einem Kleinfalzsystem der Marke Herzog + Heymann produziert. Dass Reto Thomann, Inhaber und Geschäftsführer der Buchbinderei, sich für Herzog + Heymann entschieden hat, ist auch der Gramag Grafische Maschinen AG geschuldet. Sie vertritt die Falzmaschinen in der Schweiz. Reto Thomann weiss, wie er selber sagt, dass er sich immer und in jedem Fall auf die Firma verlassen kann.

Kamerasystem schliesst Fehlbogen aus
Die neue Falzmaschine arbeitet ab Planobogen bei einer maximalen Einlaufbreite von 450 Millimetern. Drei Falzmodule, zwei Parallelfalzwerke mit acht bzw. vier Taschen sowie eine Schwertfalzeinheit, lassen sich frei zusammenstellen. Auf dem Falzsystem produziert die W. Thomann AG sehr umfangsstarke Packungsbeilagen mit einem kleinsten Format von 30 x 30 Millimeter oder gar kleiner. Die Auftraggeber sind inländische und ausländische Druckereien, die für Firmen aus der Medizinaltechnik und der Pharmaindustrie arbeiten. Es sind anspruchsvolle Kunden, Fehler werden keine toleriert. «Bei einer fehlerhaften Lieferung riskieren wir und die Druckerei, den Auftrag zu verlieren», sagt Reto Thomann. Noch schwerer als der Auftragsverlust würde der Image-Schaden wiegen.

Damit dieses Szenario nicht eintritt, kontrolliert auf der Herzog + Heymann ein opto-elektronisches Überwachungssystem die Qualität. Je eine Hochleistungskamera, ausgestattet mit Fujinon-Optik, betrachtet die Ober- und die Unterseite der Planobogen, bevor diese in das erste Parallelfalzwerk einlaufen. Das System gleicht die erfassten Bilder – auch Strich- und Datamatrix-Codes – mit einer Referenzdatei ab. Wird ein Fehler erkannt, hält die Steuerung die Falzproduktion automatisch an. «Fehlbogen in der gelieferten Auflage schliessen wir aus», sagt Reto Thomann.

Benetzung reduziert Rückstellkräfte
Gute Ergebnisse wollte Reto Thomann ebenso in der Falzqualität. Bei Packungsbeilagen mit acht Parallelbrüchen im ersten und weiteren vier Parallelbrüchen im zweiten Taschenfalzwerk ist das ein hoher Anspruch.

Die Lösung bringt das sogenannte Waterscoring, auch Softening genannt. Kurz bevor die Planobogen in das erste Falzwerk einlaufen, benetzen Düsen jene Stellen durch eine fein dosierte Flüssigkeitsspur, die im zweiten Werk die vier Parallelbrüche bilden. Dieses Benetzungsverfahren macht die Papierfasern geschmeidig, was im Falz die Rückstellkräfte reduziert. Das Resultat ist ein gut planliegendes Endprodukt, was wiederum einen einfachen und sicheren Abpackvorgang ermöglicht.

Für das Waterscoring wird ein Wasser-Alkohol-Gemisch eingesetzt. Massgebend für die Falzqualität seien das richtige Mischverhältnis und die korrekte Dosierung, sagt Reto Thomann. Diese Parameter sind papierabhängig und gehören zum gut gehüteten Know-how, das er und sein Team, unterstützt durch Gramag, sich erarbeitet haben.

Aktuell sind, der Anzahl Taschen entsprechend, vier Düsen in der Falzmaschine eingebaut. Die Düsenanzahl kann, analog zum möglichen Ausbau des Taschenfalzwerks, auf bis zu acht erweitert werden.

Kräftiges Schwert für dicke Produkte
In der dritten Verarbeitungsstufe führt ein Schwertfalzwerk den letzten Bruch aus. Im Falzwerk der Spezialbaureihe XS 300 hat Herzog + Heymann ein besonders kräftiges Schwert verbaut. Es meistert sehr kleinformatige und umfangreiche Produkte, die bis zu vier Millimeter stark sein können. Die Geschwindigkeit, bei der das Falzschwert arbeitet, ist abhängig von der Produktdicke und liegt den technischen Angaben zufolge zwischen 30 und 150 Metern pro Minute.

Anschliessend an den Schwertfalz durchlaufen die Produkte eine Bandpresse. Auf einer Strecke von 50 Zentimetern werden die Produkte durchgehend gepresst. Der Pressdruck lässt sich über Handräder zwischen 0 und 8000 Newton einstellen. Die Bandpresse verfügt über eine eigene Steuerung und kann im autonomen Betrieb für die Offline-Produktion eingesetzt werden.

Spezialitäten industriell produziert
Die W. Thomann AG bezeichnet sich selber als Industriebuchbinderei. Zugleich identifiziert sich das Unternehmen über die Spezialitäten. Ein Widerspruch? «Keineswegs» entgegnet Reto Thomann. Auch für komplex anmutende, geklebte, geschlitzte oder perforierte Produkte, die vordergründig nur manuell hergestellt werden könnten, fänden sich Wege, um sie maschinell zu fertigen. Natürlich setze es Fantasie, Lust und Freude am Experiment und ein profundes Verständnis der Technik und deren Anwendungsmöglichkeiten voraus. Gestandene Berufsleute sind gefordert. Nicht aus einem nostalgischen Gefühl heraus hat Reto Thomann in seinem Unternehmen ausschliesslich gelernte Buchbinderinnen und Buchbinder eingestellt.

Der Gegenpol zum Format 102 x 186
Mit dem Kleinformatfalzsystem von Herzog + Heymann hat die W. Thomann AG gleichsam einen Gegenpol zum Grossformat gesetzt. Vor rund zwei Jahren installierte die Buchbinderei eine gross dimensionierte Taschenfalzmaschine T 1020 von MBO. Auf der Falzmaschine mit einer Einlaufbreite von 102 Zentimetern werden unter anderem Strassen- und Landkarten für namhafte Kartenverlage gefalzt.

Auch die grossformatige Falzmaschine ist eine Spezialität: Bis heute sei die W. Thomann AG der schweizweit einzige Betrieb, der den Falzprozess ab einem Planobogenformat 102 x 186 Zentimeter anbiete, sagt Reto Thomann.

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W. Thomann AG

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03.07.2018
Buchbinderei Tony Besserer AG falzt auf K80 von MBO

Seit April produziert die Buchbinderei Tony Besserer AG auf einer Kombifalzmaschine K80 von MBO. Das Falzsystem wird weitgehend automatisch umgestellt. Sechs Falztaschen im Parallelbruch, zwei Falzschwerter sowie eine zusätzliche, liegende Falztasche ermöglichen eine Vielzahl unterschiedlicher Falzarten.

Tony Besserer gehört nicht zu jenen, die sich über erodierende Preise in der Druckindustrie beklagen. Er ist Unternehmer und packt die Aufgaben zuversichtlich an. Seit er die Buchbinderei Tony Besserer AG 1990 mit Sitz in Nesselnbach gegründet hat, treibt ihn im Wesentlichen die Frage um, wie sich sein Unternehmen im anspruchsvollen Markt entwickeln kann.

Zum Rezept gehört: «Auf moderner Technik so rationell wie möglich produzieren.» Dieser Grundsatz hat in diesem Frühjahr zum Kauf einer Kombifalzmaschine MBO K80 geführt, eine 70/100-Falzmaschine, die zwei ältere Modelle ersetzt. Die neue K80 ist ein weitgehend automatisch umstellbares Falzsystem. Sechs Taschen im Parallelfalzwerk und zwei Schwerter im Kreuzbruch ermöglichen eine Vielzahl an Falzarten. Nach dem ersten Schwert erlaubt eine liegende Tasche, die Falzbogen durch einen weiteren Parallelfalz (Wickelfalz, Zick-Zack-Falz) zu versehen oder die Falzbogen zu wenden und im Zeitungsfalz auszugeben. Dieser liegenden Tasche verdankt die K80 den Zusatz Super-KTL in ihrem Namen.

Alle Falzwalzen im Parallel- und im Kreuzbruch sowie die Anschläge in den Falztaschen werden über Präzisionsstellmotoren auf das richtige Maß justiert. Das gewünschte Falzschema kann am Touch-Monitor der «M1-Steuerung Advanced» angewählt werden.

Wo Präzision ihre Wirkung entfaltet
«Präzisionsstellmotoren ist das treffende Wort», sagt der Buchbinder Christian Rohs. Er schätzt es, dass die Stellmotoren jene Werte, die er am Touch-Screen eingegeben hat, zuverlässig auf das ganze Falzsystem übertragen und er nicht manuell nachjustieren muss.

Für die Buchbinderei Tony Besserer AG ist die genaue Voreinstellung des Falzsystems ein maßgebender Faktor. Pro Arbeitstag wird die K80 durchschnittlich fünf Mal auf einen neuen Auftrag umgestellt. Häufig ändert Christian Rohs das Format, das Falzschema und die Bedruckstoffstärke kurzfristig, wenn eine Großauflage wegen eines kleineren Eilauftrags unterbrochen werden muss. Abgesehen davon, dass er die Werte für jeden Auftrag abspeichern und per Tastendruck wieder abrufen kann, entfalten die präzisen Voreinstellungen ihre große Wirkung. Denn sie beschleunigen das Einrichten stark, was wiederum die Produktivität und Wirtschaftlichkeit der K80 begünstigt.

Für Remo Besserer, auch er ist gelernter Buchbinder, gilt das Attribut Präzision ebenso in Bezug auf den Falzvorgang. Die K80 falze extrem genau, sagt er. Bis in die oberen Geschwindigkeitsbereiche – «wir falzen 16-seitige Falzbogen bei 12 000 Exemplaren pro Stunde» – stelle er über die Auflagen hinweg keine Differenzen fest. Die konstant guten Ergebnisse führt Remo Besserer unter anderem auf die sogenannten Virotec-Falzwalzen zurück. Eine griffige Kunststoffbeschichtung führe auch anspruchsvolle Papierqualitäten mit glatter bzw. lackierter Oberfläche sowie leichtgewichtige Papiere sicher durch das Falzsystem.

Technik, die stabil produziert
Remo Besserer und Christian Rohs sind engagierte Berufsleute. Sie wollen die Möglichkeiten ihrer Arbeitswerkzeuge ausreizen. Sie verlangen soliden Maschinenbau und erwarten Technik, die stabil produziert. Die K80 von MBO bringe die Voraussetzungen, sagen sie.

Da ist der Trennkopf mit der Bezeichnung Vaculift III, ein Hochleistungskopf, ausgelegt auf eine Frequenz von bis zu 20 000 Takten pro Stunde. Über einen Bläser an der Stapelhinterkante sowie jeweils zwei Bläser auf beiden Seiten des Stapels werden die Bogen sicher getrennt. Der grosse Vorteil: «Für jeden Bläser kann ich die Menge der Luft individuell dosieren und regeln», sagt Christian Rohs.

Gleiches gilt für den Anlegertisch. Ein Vakuum-Band führt anstelle von Kugelleisten die Planobogen belastungs- und markierungsfrei in das Taschenfalzwerk. Die Stärke des Vakuums wird in Prozentwerten über den Touch-Monitor eingestellt. In der Regel habe er einen Wert von 60 Prozent gewählt, hält Christian Rohs fest. Da bleibt ihm nach oben und nach unten ausreichend Spielraum, um vom ganz leichten bis zum ganz schweren Papier einen stabilen Bogenlauf zu erzielen.

Vollwertige Messerwelle nach dem Falzschwert
Nicht von Spielraum, dafür von viel Freiraum, spricht Remo Besserer, wenn es um die Bedienung der K80 geht. Dort, wo er an der Falzmaschine manuelle Einstellungen vornehmen muss, kommt ihm die gute Zugänglichkeit entgegen. Eine der größten Stärken und auf den MBO-Falzmaschinen einzigartig sei, dass er die Messerwelle seitlich aus der Maschine herausziehen könne. «Das erleichtert mir die Arbeit sehr, zumal wir aufgrund unserer Auftragsstruktur die Werkzeuge häufig auswechseln oder auf das Format anpassen müssen.»

Eine vollwertiges Messerwellenpaar ist in der K80 auch nach dem ersten Kreuzbruch eingebaut. Über Steckachsen lassen sich die Messerwellen für einen Wechsel der Werkzeuge einfach und schnell herausnehmen und wieder einsetzen.

Was Tony Besserer wirklich braucht
Mit dem Kauf einer Falzmaschine K80 von MBO verfolgt Tony Besserer eine kontinuierliche Investitionspolitik. Zehn Jahre ist es her, als ein Klebebinder City E 5000 von Wohlenberg in Betrieb gegangen ist. Zwei Jahre später folgte ein Schnellschneider Wohlenberg 132, gleichzeitig wurde der Klebebinder durch einen leistungsfähigen, automatisch umstellbaren Trimmer ausgerüstet. Wie die neue Falzmaschine werden auch die Wohlenberg-Produkte durch das Handels- und Engineering-Unternehmen Gramag Grafische Maschinen AG in Reiden (LU) vertreten. Es sei nicht die Technik allein, weshalb er dieser Firma vertraue, sagt Tony Besserer. Besonders möge er die offene Beratung und dass ihm jene Produkte vorgeschlagen würden, die er für die Entwicklung seines Unternehmens wirklich brauche.

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K80
Buchbinderei Besserer AG

05.04.2018
Weltweit erste K60 produziert bei Brüggli Medien

Brüggli Medien in Romanshorn arbeitet seit Anfang Jahr auf einer Kombifalzmaschine K60 von MBO. Es ist die weltweit erste einer neuen Baureihe für das 50/70-Format. Urs Seehawer, der Fachleiter Druckausrüsten, nennt gute Gründe, warum er die K60 bevorzugt hat.


Urs Seehawer, Fachleiter Druckausrüsten bei Brüggli Medien in Romanshorn, wollte nicht einfach alte Technik erneuern. «Wir sind ein Ausbildungsbetrieb. Die angehenden Berufsleute sollen ihr Handwerk auf modernen Produktionsmitteln erlernen», sagt er und hat eine neue Falzmaschine der Komplett-Revision eines älteren Modells vorgezogen. Sven Peyrot, Gesamtleiter Brüggli Medien, ist dem Vorschlag gefolgt und hat dem Kauf einer Kombifalzmaschine K60 von MBO, der weltweit ersten der neuen Baureihe, zugestimmt.

Es ist eine teilautomatisierte Falzmaschine, ausgerüstet durch sechs Taschen im Parallelbruch, zwei Schwertfalzeinheiten und eine liegende Tasche nach dem ersten Kreuzbruch. Die liegende Tasche erlaubt es, Falzbogen nach dem ersten Kreuzbruch entweder durch einen zusätzlichen Parallelbruch zu falzen, oder die Produkte zu wenden und im Zeitungsfalz auszugeben.


Der Favorit auf dem Reissbrett

Die K60 ist eine Neuentwicklung für das 50/70-Format. Als Urs Seehawer die Kombifalzmaschine zu seiner Favoritin erklärte, hatte er nicht viel mehr als erste Konstruktionszeichnungen zu Gesicht bekommen. Sein Urteil stützte er auf seinen Erfahrungen ab.

Aufgrund einer jahrzehntelangen Arbeit auf MBO-Falztechnik weiss Urs Seehawer, welche Qualitäten diese Maschinen auszeichnen. Der Buchbindeprofi denkt an den robusten Maschinenbau, die Grundlage für ein langlebiges und zuverlässig arbeitendes Falzsystem. Er erwähnt den patentierten Messerwellenschlitten im Parallelbruch, den er seitlich aus der Maschine fahren und so in aufrechter Haltung alle Werkzeuge auswechseln und einrichten kann. Urs Seehawer verweist auf den grossen, starken Trennkopf Vakulift III. Den Trennkopf hat MBO ursprünglich für die Falzmaschinen im 70/100-Format entwickelt. Er wird auf der K80, die vor rund einem Jahr eingeführt worden ist, sowie auf der K8 und auf der K8RS, nach Angaben von MBO eine der weltweit schnellsten Falzmaschinen, eingesetzt. Der Vakulift III ist ein Saugkopf der Hochleistungsklasse. Für ganz schwere Papiere ist er gleichermassen geeignet wie für die leichten Grammaturen und für das ganze Formatspektrum vom 50/70-Bogen bis hinunter zum DIN A5.

Schliesslich verbindet Urs Seehawer die MBO-Falztechnik mit einer guten Betreuung seitens der Gramag grafische Maschinen AG. Seit vielen Jahren vertritt das Handels- und Engineering-Unternehmen die Falzmaschinen in der Schweiz und ist für Beratung, Installation und Service zuständig.


Angemessen automatisiert

Neu war für Urs Seehawer auf der Kombifalzmaschine K60 die automatische Verstellung. Bisher war er sich gewohnt, Falzmaschinen komplett manuell einzurichten. Auf der K60 ist das anders: Die Taschenanschläge sowie alle Falzwalzen im Parallel- und im Kreuzbruch werden über Präzisionsmotoren eingestellt. Seehawers Urteil: Die motorischen Einstellungen stimmten sehr gut, ein Nachjustieren sei kaum notwendig. Und er gewinne Freiheit: Während die Motoren das Falzsystem justierten, bleibe genügend Zeit, um sich anderen Aufgaben zu widmen: Im Kreuzbruch die Anschläge auf das Format einstellen, Papier aufsetzen oder den nächsten Auftrag vorbereiten.

Die K60 sei angemessen und sinnvoll automatisiert, sagt Urs Seehawer. Es sei die ideale Maschine, um die jungen Leute, die bei Brüggli Medien den Buchbinderberuf erlernen, in die Welt moderner Falzmaschinentechnik einzuführen. Trotzdem biete die K60 genügend mechanische Einstellmöglichkeiten, damit die angehenden Buchbindefachleute ein gutes Gefühl für den Werkstoff Papier entwickelten.

Ein grosszügiger, berührungssensitiver Farbmonitor bildet auf der K60 die Bedienungszentrale. Hinter dem Monitor verbirgt sich die neue, frei programmierbare M1-Steuerung von MBO. Sie enthält einen umfangreichen Falzmusterkatalog, aus dem das gewünschte Falzmuster in wenigen Schritten abgerufen ist. Jetzt muss nur noch das Planobogenformat und das Endformat eingegeben werden. Auf Tastendruck bringen die Stellmotoren das Falzsystem in Position.

Was Urs Seehawer als besonders hilfreich erachtet: Muss er die Zugkraft der Falzwalzen links und rechts unterschiedlich stark einstellen, ruft er einfach am Monitor ein entsprechendes Menü auf. Gegenüber einer manuellen, rein mechanischen Verstellung hat das manchen Vorteil: Die Zugkraft wird in fest definierten metrischen Einheiten korrigiert. Urs Seehawer weiss, wieviel er auf welcher Seite verstellt hat. Die Möglichkeit, dass er in die falsche Richtung verstellt, ist praktisch ausgeschlossen. Er kann die Einstellungen zentral vornehmen und muss nicht mehrfach von der Bedienungs- auf die Antriebsseite der Maschine wechseln. «Wir korrigieren schnell, zuverlässig, präzis und können die Korrekturen nachvollziehen», erklärt er. In die neue Falzmaschine K60 zu investieren, sei die einzig richtige Entscheidung gewesen, lautet sein Fazit.


Ein soziales Engagement, das sich lohnt

Brüggli Medien ist ein Profit-Center des Vereins Brüggli mit Domizil in Romanshorn und beschäftigt rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Brüggli Medien versteht sich als Gesamtdienstleister rund um Kommunikationsfragen und zählt nach eigenen Angaben zu den grössten und modernsten grafischen Ausbildungs- und Integrationsunternehmen der Schweiz. Mehr als 30 Ausbildungsplätze bietet Brüggli Medien in den Berufsbildern Polygrafie, Fotografie, Mediamatik, Grafik, Drucktechnologie und Buchbindetechnik.

Der 1986 gegründete Verein Brüggli unterstützt Menschen, die körperlich oder psychisch beeinträchtig sind, auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Neben den grafischen Berufen fördert Brüggli junge Menschen in gastronomischen und in industriellen Berufen. In der Sparte «Industrie» unterhält der Verein Brüggli eine Entwicklungsabteilung – mit Erfolg: Ein selber entwickelter Fahrradanhänger ist durch den Design Preis Schweiz ausgezeichnet worden.

In seinem Jahresbericht weist der Verein Brüggli jeweils auf den sozialen Nutzen seines Schaffens hin. Indem der Verein hilft, den Menschen den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen, spart der Staat Sozialkosten. Werden die Kosten, die der Verein Brüggli für sein soziales Engagement aufwendet den eingesparten Sozialkosten gegenübergestellt, resultiert ein Gewinn. Dieser hat im Jahr 2015 mehr als 1,5 Millionen Franken betragen.

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Herr Rolf Müller
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05.04.2018
CMC und MBO für Buchbinderei Scherrer AG

Die Buchbinderei Scherrer AG in Urdorf hat in den letzten anderthalb Jahren tüchtig investiert. Auf eine Folienverpackungsmaschine CMC 2800 im Januar 2017 folgten zu Beginn dieses Jahres zwei Falzmaschinen K80 von MBO. Hinter der neuen Technik steht das Handels- und Engineering-Unternehmen Gramag grafische Maschinen AG.


Mit 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört die Buchbinderei Scherrer AG in Urdorf nicht zu den grössten des Landes. Aber sie darf getrost von sich behaupten, einer der modernsten und fortschrittlichsten Betriebe zu sein. Fast im Jahresrhythmus wird in neue Technik investiert.

Die jüngsten Käufe hat das Unternehmen in den vergangenen achtzehn Monaten getätigt. Im Januar 2017 wurde eine CMC 2800, eine der zurzeit leistungsfähigsten Folienverpackungsmaschinen auf dem Markt, in Betrieb gesetzt. In diesem Jahr folgten zwei Kombifalzmaschinen der neuen Baureihe K80 von MBO. In beiden Fällen entschied sich die Buchbinderei Scherrer AG für Technik, die dem Unternehmen vertraut war: Die CMC 2800 ersetzte eine rund dreizehnjährige CMC Pratica desselben Herstellers. Die zwei K80-Falzmaschinen wurden anstelle einer K800 von MBO installiert.

Bei der Entscheidung galt das Vertrauen ebenso der Gramag grafische Maschinen AG. Es ist jenes Handels- und Engineering-Unternehmen, das die Produkte von CMC und MBO in der Schweiz repräsentiert und dessen Serviceleistungen von der Buchbinderei Scherrer AG seit vielen Jahren geschätzt sind.


Ein starkes Glied in der Dienstleistungskette

Die CMC 2800 bildet bei der Buchbinderei Scherrer AG das Endglied in einer kompletten Dienstleistungskette. Jene Zeitschriften, die die Buchbinderei auf Falzmaschinen, zwei Sammelheftern und zwei Klebebindern zu fertigen Produkten verarbeitet, werden auf der Folienverpackungsmaschine für den Versand fertiggestellt. Neben dem Hauptanleger ist die Maschine durch fünf Anlegestationen für das Zuführen von Beilagen ausgestattet. Die CMC 2800 verpackt bis zu 35 Millimeter starke Endprodukte.

Die Buchbinderei Scherrer AG hat ihre Folienverpackungsmaschine durch zwei Inkjet-Positionen ausgerüstet. Adressen können wahlweise auf ein Deckblatt oder anschliessend an die Verpackung auf die Folie gedruckt werden. Eine Kamera liest mitgedruckte Paketinformationen und übermittelt die Daten an den Kreuzleger. Dort werden die Pakete den Postrouten entsprechend exemplargenau aufbereitet.

Auf der Folienverpackungsmaschine wird jede einzelne Komponenten inklusive Anleger und Folienverschweissung über einen eigenen Servomotor gesteuert. Die unabhängige Antriebstechnik sichert beim Zusammentragen der einzelnen Produktbestandteile, beim Folieneinschlag und der Verschweissung ein hohes Mass an Präzision. Zudem beschleunigt der Einzelantrieb Rüstvorgänge: Anleger, die während der Produktion eines Auftrags nicht aktiv sind, können bei laufender Maschine für einen Folgeauftrag vorbereitet werden.

Zwischen 10 000 und 20 000 Exemplaren bewegt sich das Gros der Auflagen, die die Buchbinderei Scherrer AG auf der CMC 2800 verarbeitet. Vereinzelt werden Kleinstaufträge mit 500 oder Grossauflagen mit 100 000 Exemplaren zusammengetragen, adressiert und verpackt. Da ist die CMC 2800 doppelt gefordert: Einerseits müssen Auftragswechsel schnell ausgeführt sein, andererseits ist bei den hohen Auflagen im Interesse der Wirtschaftlichkeit ein stabiles Laufverhalten vorausgesetzt. Beide Bedingungen würden von der CMC 2800 erfüllt, sagt der Geschäftsführer Peter Scherrer im Gespräch.


So schnell wie ein Vollautomat

Zwei Räume nebenan hat die Buchbinderei Scherrer AG ihre Falzmaschinen eingerichtet. Zwei Kombifalzmaschinen K80 von MBO ergänzen seit Ende 2017 den Maschinenpark. Es handelt sich um ein neues Maschinenmodell für das B3-Format (70 x 100 Zentimeter). MBO hat die Maschine im Sommer 2017 im Markt eingeführt. Die Buchbinderei Scherrer AG hat beide Maschinen durch einen Rundstapelanleger, vier Taschen, zwei Falzschwerter sowie eine liegende Tasche nach dem ersten Kreuzbruch ausgerüstet. Die gestapelten Falzbogen werden über eine mobile Stapelauslage A 500 ausgegeben.

Die K80-Falzmaschinen der Buchbinderei Scherrer AG sind teilautomatisiert,  die Falzwalzen im Parallelbruch sowie im ersten und zweiten Kreuzbruch werden motorisch verstellt.

Auf eine automatische Verstellung der Anschläge im Kreuzbruch wurde verzichtet. Mehr Automation brauche es nicht, sagt Peter Scherrer. Die K80 sei ebenso schnell eingerichtet wie ein Vollautomat. Als entscheidend für die Produktivität erachtet er, dass eine Falzmaschine bis in den obersten Geschwindigkeitsbereich – im konkreten Fall bei 230 Metern pro Minute – stabil produziere. Auf die K80 treffe das zu.


Was die MBO-Falztechnik einzigartig macht

In der neuen Kombifalzmaschine K80 hat MBO Komponenten verbaut, die sich in allen bisherigen Maschinenmodellen bewährt haben. Im Taschenfalzwerk sind die sogenannten Virotec-Falzwalzen eingesetzt. Sie sind durch ein spezielles PU-Material beschichtet und die Segmente abwechselnd zueinander versetzt. Auch bei anspruchsvollen Papieren mit glatter Oberfläche sollen nach Angaben von MBO ein präziser Transport und eine hohe Falzqualität gesichert sein.

Ein besonderes Merkmal ist die Messerwellenkassette im Parallelbruch, die sich seitlich herausziehen lässt. Der Bediener erhält einen bequemen Zugang zum Messerwellenpaar und kann alle Werkzeuge in aufrechter Haltung auswechseln bzw. justieren. MBO hat das Prinzip der herausziehbaren Messerwelle patentrechtlich geschützt.

Vielfach werden in Falzmaschinen nach dem ersten Kreuzbruch die Falzwalzen als Werkzeugträger für das Rillen, Perforieren und Schneiden verwendet. Das Aus- und Einbauen der Falzwalzen für einen Werkzeugwechsel ist vergleichsweise aufwendig. MBO hat in ihren Kombifalzmaschinen der S-KTL-Baureihen einen anderen Weg gewählt und nach dem Falzschwert und der liegenden Tasche ein separates Messerwellenpaar eingebaut. Über Steckachsen lassen sich die Messerwellen für einen Wechsel der Werkzeuge einfach und schnell herausnehmen und wieder einsetzen.


Die dritte Generation übernimmt

Die Buchbinderei Scherrer AG ist seit drei Generationen in Familienhand. Peter Scherrer vertritt mit seinem Bruder Hansjürg und dessen Ehefrau Trix die zweite Generation. Weiterführen wird das Unternehmen Michael, der Sohn von Hansjürg und Trix. Nach seiner Ausbildung zum Maurer hat er den Reiz des Buchbinderhandwerks entdeckt. Ein gutes maschinentechnisches Verständnis und eine starke Affinität zum Werkstoff Papier zeichnen den Quereinsteiger aus. Als Mitglied der Geschäftsführung ist Michael im Familienbetrieb für die Produktion verantwortlich.

20.04.2017
Wir verstärken unsere erfolgreichen Aktivitäten im Verpackungsbereich weiter!

Das Produktesortiment wird durch die neue AGILIS Vertikal-Schlauchbeutelmaschine für das Verpacken von Nahrungsmittel und pharmazeutischen Produkten erweitert.

Die neue AGILIS  Form-, Füll- und Verschliessmaschine zeichnet sich insbesondere aus durch einfachen und schnellen Formatwechsel, intelligente Modulbauweise für individuelle Anwendungen und sie entspricht höchsten hygienischen Anforderungen. 

Weiter ermöglicht modernste Schweiss- und Siegeltechnologie ein absolut sicheres Verschliessen von unterschiedlichster Beutelformen.

Wir verfügen bei der Gramag neben einer leistungsfähigen Verkaufs- und Serviceorganisation auch über das nötige Know-how kundenspezifische Peripherie-Systeme als Systemintegrator gesamtheitlich in Lösungen einzubinden. 

Die AGILIS Schlauchbeutelmaschine ist auf der Interpack Messe in Düsseldorf vom 4.-10. Mai, in Halle 8A-C33 auf dem Stand unseres Partners baumannpacking zu sehen.

Neu ist Franz Affentranger Leiter von Verkauf + Marketing des Bereichs Packingsystems bei der Gramag AG.

27.09.2016
Gerber Druck AG bestellt Hohner HSB 9.000

Die Gerber Druck AG (Steffisburg) hat in einen Sammelhefter HSB 9.000 der Firma Hohner investiert. Es handelt sich um den ersten der neuen 9000er-Baureihe für die Schweiz. Der Sammelhefter wird mit fünf vertikalen Anlegern (für stehende Falzbogen) mit einem horizontalen Anleger (für liegende Falzbogen), mit Umschlaganleger und einem Dreiseitenschneider ausgerüstet. Hohner präsentierte das Modell HSB 9.000 auf der Drupa als Weltpremiere. Der Sammelhefter für die Gerber Druck AG soll Anfang 2017 in Produktion gehen.

02.08.2016
Die Jordi AG kuvertiert auf einer CMC 250

Das Kuvertieren geniesst bei der Jordi AG einen hohen Stellenwert. Seit 15 Jahren produziert, verpackt und adressiert das Unternehmen Mailings. Mehrere Millionen Kuvertierungen pro Jahr hat das Volumen inzwischen erreicht. Es war an der Zeit, die in die Jahre gekommene Kuvertiertechnik durch eine neue Maschine zu ersetzen. Die Wahl fiel auf ein Kuvertiersystem der Marke CMC, eine Linie jenes italienischen Herstellers, der vor 15 Jahren schon die Vorgängermaschine geliefert hatte. Die Jordi AG erhielt damals die erste CMC-Kuvertieranlage in der Schweiz. Heute ist CMC hierzulande im Segment des Kuvertierens Markftührer. Die neue Kuvertierlinie bei der Jordi AG trägt die Bezeichnung CMC 250. Sie ist mit sieben Anlegestationen für Beilagen und mit einem Kuvertanleger ausgestattet. Für das Abgleichen personalisierter Beilagen können drei Kameras beliebigen Anlegestationen zugeordnet werden. Fensterlose Kuverts werden über eine Inkjet-Adressiervorrichtung beschriftet. Eine vierte Kamera liest am Ausgang der Kuvertierlinie die Adressen.

Robust gebaut, frei konfigurierbar
Natürlich habe CMC bei der Evaluation der neuen Kuvertierlinie von einem Bonus profitiert, sagt der Geschäftsführer Gabriel Jordi. Die Vorgängermaschine und der Service hätten immer zuverlässig funktioniert. Trotzdem: Den wiederholten Entscheid zugunsten einer CMC-Maschine hatte die Jordi AG nicht ohne eine Gesamtbetrachtung des Marktangebots getroffen. Aber es sei eben schwierig, ein Produkt zu finden, das sich mit der CMC-Kuvertiertechnik vergleichen lässt und hinter dem zugleich ein zuverlässiger Partner steht, erklärt Gabriel Jordi. Robust gebaut und durch Anleger unterschiedlicher Bauart frei konfigurierbar - das seien starke Eigenschaften, die die CMC-Technik vor allem auszeichneten. Beispiel Falzanleger: Er erlaubt es, Beilagen in der Kuvertiermaschine von DIN A4 oder vom 16 Zoll langen Format (210 x 406 Millimeter) auf das Endformat DIN A5 zu falzen. "Der Falzanleger spart uns einen Arbeitsschritt ausserhalb der Kuvertierlinie. Wir sind schneller und gewinnen Sicherheit in der Produktion", sagt Gabriel Jordi.

Gramag leistet Engineering-Arbeit
Für den Vertrieb und den Service rund um die CMC-Produktionstechnik ist in der Schweiz die Gramag Grafische Maschinen AG verantwortlich. Das Unternehmen leistet Engineering-Arbeit und integriert Kameratechnik für die Qualitätssicherung und Vollständigkeitskontrolle sowie Inkjet-Adressiersysteme in die CMC-Kuvertierlinien. Diese Eigenleistung hat den Produkten von CMC in der Schweiz massgeblich zu ihrer führenden Stellung verholfen. Dem pflichtet Gabriel Jordi bei. "Dass wir das ganze System aus einer Hand erhielten, hatte bei der Wahl der CMC-Linie eine wichtige Rolle gespielt", hält er fest.

23.07.2016
Egger Druck AG: MBO-Falz- und Hohner-Sammelhefttechnik

Das Jahr 2015 war für die Egger Druck AG eine intensive Zeit. Das 118-jährige Unternehmen mit Sitz in Frutigen investierte in seine Gebäude und schuf neuen Raum für moderne Büros und die Produktion. Parallel zur gebäudetechnischen Erweiterung floss Geld in die Druckweiterverarbeitung. Neu wird die Technik von einem Sammelhefter HSB 8.000 der Firma Hohner und von einer Kombifalzmaschine MBO K8 Perfection gestellt. Den Sammelhefter und die Falzmaschine lieferte die Gramag Grafische Maschinen AG. Das Handels- und Engineering-Unternehmen ist in der Schweiz für den Vertrieb beider Marken und die Service-Leistungen verantwortlich.

Vakuum ersetzt Kugelleisten
Bei der Falzmaschine K8 Perfection handelt es sich um ein automatisch umstellbares System. Nach Eingabe der entsprechenden Werte an der Navigator-Steuerung werden die Falzwalzen, die sechs Taschen und das Schwert motorisch auf das Format und die Papierdicken voreingestellt. Im Bogeneinlauf ersetzt ein Vakuum-System die herkömmlichen Kugelleisten. So ist ein markierungsfreier Transport der Planobogen in die erste Tasche sichergestellt. Beeindruckend genau, beispielhaft produktiv und ergonomisch sei sie, die neue Falzmaschine von MBO, schreibt die Egger Druck AG auf ihrer Webseite. Peter Willen, Leiter Weiterverarbeitung, bestätigt das. Er unterstreicht besonders die Aussage betreffend Ergonomie und Bedienkomfort. Neben den automatischen Einstellungen erleichtere ihm die Möglichkeit, die Messerwelle auf einem Schlitten seitlich auszuziehen, den Werkzeugwechsel sehr, sagt Peter Willen.

50 Prozent mehr Anlegerkapazität
Direkt neben der MBO K8 Perfection produziert der neue Sammelhefter HSB 8.000 von Hohner. Er ist mit sechs Anlegestationen ausgerüstet, die Egger Druck AG hat die Anlegerkapazität gegenüber der Vorgängermaschine um fünfzig Prozent erhöht. Es sei ein notwendiger Schritt gewesen, sagt der Produktionsleiter Roger Kalt. Früher, mit nur vier Anlegern, hätten viele Aufträge in mehreren Durchgängen produziert werden müssen. Diese Engpässe seien jetzt beseitigt. Die zwei zusätzlichen Anleger bringen einen weiteren Vorteil: Auf dem Hohner HSB 8.000 produziert die Egger Druck AG Auflagen zwischen 20 und 100 000 Exemplaren pro Auftrag. Grossauflagen müssen in der Regel unterbrochen werden, um kleinere Aufträge termingerecht fertigzustellen. Wenn es die Anzahl Bogen erlaube, könnten bei diesen gestaffelten Produktionen nicht benötigte Anleger für den laufenden Grossauftrag jeweils eingerichtet bleiben. "Das spart viel Aufwand beim Einrichten", sagt Roger Kalt.

Die Alleinstellungsmerkmale
Neben diesen generellen, der gewählten Konfiguration geschuldeten Vorteile, überzeugt der Sammelhefter Hohner HSB 8.000 durch einige ganz spezifische Eigenschaften. Alle für das Format relevanten Teile werden bequem mittels Muttern mit sogenanntem Jaccard-Hebel gelöst und fixiert. Formateinstellungen können in der Folge werkzeuglos, schnell und einfach ausgeführt werden. Hohner setzt auf dem HSB 8.000 Einzelfalzbogenanleger ein. Auf Sammelheftern dieser Leistungsklasse ist das im Markt einzigartig. Die Einzelfalzbogenanleger erlauben es, Falzbogen formatunabhängig in beliebiger Abfolge über Vorfalz-/Nachfalz- und/oder Vakuum-Öffner zu verarbeiten. Zudem sind die Anleger mit nur einem Handgriff von einer Öffnungsart auf die andere umgestellt. Das seien wichtige Alleinstellungsmerkmale, die dem Sammelhefter von Hohner zu seiner Favoritenrolle verholfen hätten, bestätigt Roger Kalt.

Gebaut für wenig Raum
Die Egger Druck AG ist nicht durch zu viel Raum verwöhnt. Die knapp bemessene Fläche zwingt dazu, jeden Quadratmeter für Maschinen, Paletten und Transportwege so gut wie möglich zu nutzen. Dank ihrer kompakten Bauweise passten die MBO K8 Perfection und der Hohner HSB 8.000 perfekt in den verfügbaren Raum. Auch diesbezüglich hielt die Gramag Grafische Maschinen AG mit den beiden Weiterverarbeitungsmaschinen die besten Karten in den Händen.

10.03.2016
Druckerei Triner AG produziert auf Sammelhefter HSB 8.000

Automation um jeden Preis muss es nicht sein, viel wichtiger ist eine einfache und logische Handhabung der Produktionstechnik. Das sagt Michael Heinzer, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Druckerei Triner AG, wenn er über den neuen Sammelhefter HSB 8.000 von Hohner spricht. Dass der Sammelhefter bei einem Formatwechsel ohne Wekzeuge schnell umgestellt ist, hat ihn und den Buchbindereileiter des Unternehmens, Bernd Heymann, überzeugt. Wenige Handgriffe genügen, und der HSB 8.000 ist nach einem Auftragswechsel bereit für die nächste Produktion. Dank der einfachen Bedienung über Kupplungen und Fixierschrauben habe er die Grundeinstellungen fast ebenso schnell ausgeführt wie das Stellmotoren könnten, sagt Bernd Heymann. Und Papier sei ein lebendiger Werkstoff. Feineinstellungen müssten auch auf einem motorisch umstellbaren Sammelhefter manuell vorgenommen werden, hält er fest. Letztlich haben die Zahlen für den HSB 8.000 gesprochen. "Uns interessieren die Stückkosten, mit dem Sammelhefter von Hohner sind wir gut unterwegs", sagt Michael Heinzer.

Täglich im Dauereinsatz gefordert
Die Druckerei Triner AG nahm den HSB 8.000 im letzten September in Betrieb. Der neue Sammelhefter ersetze einen zwölfjährigen HSB 7.000 von Hohner. In der vergangenen fünf Jahren habe sich die Auftragslage erfreulich entwickelt, sagt Michael Heinzer, die Auflagen seien um das Dreieinhalbfache gewachsen. In der Folge geriet die Weiterverarbeitung zum Flaschenhals. Seit der Inbetriebnahme produziert der Sammelhefter HSB 8.000 mehrheitlich im Dauereinsatz. Produktionen in kleinen und grossen Auflagen mit mehreren zehntausend Exemplaren stellen ihn täglich auf die Probe. Bernd Heymann, ein erfahrener Buchbinder, ist mit den Ergebnissen glücklich. Er bezeichnet den HSB 8.000 als robust gebautes Produktionswerkzeug, auf das er sich verlassen kann.

Qualitätskontrollen geben Sicherheit
Der HSB 8.000 ist mit sechs Falzbogenanlegern und einem Umschlaganleger ausgerüstet. Der Heftapparat kann mit zwei oder mit vier Heftköpfen für die Flach- und für die Ringösenheftung bestückt werden. Ein Zwischenschnittmesser, das im Trimmer eingesetzt wird, ermöglicht die Produktion im Doppelnutzen für Broschüren mit randabfallendem Druckbild. Bernd Heymann erwähnt "viele kleine Innovationen" die ihm das Arbeitsleben einfacher machten. Neben der Bogenabzugskontrolle kontrolliert auf dem HSB 8.000 eine Auflagenkontrolle, ob die Falzbogen nach dem Abziehen vom Anleger auf dem Schwert abgelegt worden sind. Hinzu kommt eine Dickenkontrolle. Sie prüft die gesammelten Bogen auf Vollständigkeit, bevor die Produkte in den Heftapparat einlaufen. Nicht vollständige Produkte werden ungeheftet aus dem Prozess ausgeschleust. Ein besonderes Merkmal des Sammelhefters HSB 8.000 ist nach den Worten von Bernd Heymann die Kaskadensteuerung. Sie stellt bei einem Fehlabzug auf einer Anlegestation sicher, dass auf den nachfolgenden Stationen die Falzbogen nicht ausgelöst werden.

Triner schätzt objektive Beratung
Der Sammelhefter HSB 8.000 unterstützt die Druckerei Triner AG im Bestreben, die Fehlerquote möglichst tief zu halten. Mit einem Fehleranteil von 0,7 Prozent lag das Unternehmen im Jahr 2015 nach eigenen Angaben deutlich unterhalb des branchenweiten Durchschnitts. Hinter der Sammelhefttechnik von Hohner steht die Gramag Grafische Maschinen AG. Das Handels- und Engineering-Unternehmen berate offen und objektiv, sagen Michael Heinzer und Bernd Heymann. Dass sie sich für den HSB 8.000 entschieden haben, sei auch ein Beweis des Vertrauens in diese Qualitäten.

26.01.2016
AVP AG schliesst dank Quickbinder Marktlücke

Sandro Mazenauer konnte seine Produktionstechnik im Frühjahr 2014 nach der Fusion von zwei Druckereiunternehmen aus dem Rheintal günstig erwerben. Wenig später gründete er seine Buchbinderei, die Ausrüsterei/Buchbinderei und Versandprofi (AVP) AG in Altstätten. Die Technik brachte er als Startkapital in das Unternehmen ein. Der Maschinenpark umfasste Kleinfalzmaschinen, eine Kombifalzmaschine K800 von MBO für das 70/100-Format, zwei Schnellschneider, einen Sammelhefter HSB 7.000 von Hohner sowie Kleingeräte für das Ausrüsten von Drucksachen. Sandro Mazenauer hatte fast alles, was es für den erfolgreichen Betrieb einer modernen Buchbinderei brauchte.

Chance erkannt und investiert
Was der AVP AG fehlte, war ein Klebebinder. Vor allem bei den kleinerern Auflagen häuften sich die Anfragen nach Broschüren mit hochwertiger Klebebindung. Vom Rheintal bis in die Südostschweiz war weitherum keine Buchbinderei in der Lage, den Wünschen des Marktes zu entsprechen. Sandro Mazenauer erkannte seine Chance und investierte kurzerhand in neue Technik. Im Mai 2015 nahm die AVP AG einen Quickbinder von Wohlenberg in Betrieb. Der Quickbinder sei immer sein Favorit gewesen, erklärt Sandro Mazenauer, weil dieser Klebebinder konstruktiv und bautechnisch den grossen Modellen exakt ebenbürtig sei. Massive Bauweise also, worauf er ebenso grossen Wert lege, wie auf die Unterstützung durch die Gramag, die in der Schweiz die Wohlenberg-Produkte vertritt. Die Rückenbearbeitung im Quickbinder hat es Sandro Mazenauer besonders angetan. Die von einem 5,5 Kilowatt starken Motor angetriebenen Werkzeuge schafften die Voraussetzungen für einwandfreie Bindeergebnisse. Nach der Hauptfräse sichert ein Vielzahnkopf mit scharfkantigen Duplexschneiden ein sauberes Freilegen der Papierfasern. Eine möglichst grosse verklebbare Oberfläche sei im Hinblick auf eine gute mechanische Festigkeit bei minimalem Klebstoffauftrag entscheidend, sagt Sandro Mazenauer.

Einzelexemplar und Tausenderauflagen
Der Quickbinder von Wohlenberg ist vollmotorisch verstellbar. Das Eintippen der Buchblockstärke und des Umschlagformats am Touch-Screen genügt. Zangen, Frässtation, Seiten- und Rückenbeleimung sowie der Umschlaganleger mit vier Rillvorrichtungen fahren automatisch in Position. Schon ist der Klebebinder produktionsbereit. Dank der motorischen Verstellung ist es für Sandro Mazenauer unerheblich, ob er nur ein Exemplar bindet oder ein Auftrag mehrere Tausend Broschüren zählt. Er könne für seine Kunden ein Muster anfertigen und später die Auflage produzieren. Und weil der Quickbinder bis zu 2'000 Exemplare pro Stunde produziere, sei die AVP AG auch bei 7'000 Exemplaren wettbewerbsfähig, bestätigt Sandro Mazenauer.

Bis 70 Millimeter starke Buchblocks
Sandro Mazenauer ist sich seines Wettbewerbsvorteils bewusst. Dank des weiten Formatspektrums von 105 x 110 bis 320 x 430 Millimeter sei er im Segment der kleinen und mittleren Auflagen in der Region ohne Konkurrenz. Gleiches gelte für die Buchblockstärke, die auf dem Quickbinder zwischen zwei und 70 Millimeter stufenlos eingestellt werden kann. Ihm sei kein anderer Klebebinder in dieser Kategorie bekannt, der diese Bandbreite abbilde, hält Sandro Mazenauer fest. Er bezeichnet es als weisen Entscheid, in den Quickbinder von Wohlenberg investiert zu haben.

25.01.2016
Kokobu GmbH produziert auf Hohner HSB 8.000

Die Kokobu GmbH ist eine drei Jahre junge Hand- und Industriebuchbinderei. Seit diesem Sommer produziert das in Teufen (AR) beheimatete Unternehmen auf einem Sammelhefter HSB 8.000 von Hohner. Der Sammelhefter ist mit acht Bogenanlegern, einem Umschlaganleger und einer Handanlage ausgerüstet. Ein Zwischenschnittmesser im Trimmer erlaubt die Produktion im Doppelnutzen bei randabfallendem Druckbild. Herzstück des HSB 8.000 ist die Drahtheftstation mit vier Hohner-Heftköpfen. Hier hat die Kokobu GmbH zwischen der Flach- und Ringösenheftung die Wahl. Inhaber der Kokobu GmbH sind Korinna und Benjamin Korselt. Für ihre Aufträge mit Auflagen ab fünfhundert bis zu mehreren zehntausend Exemplaren suchten sie einen robust gebauten Sammelhefter. Er sollte nicht zu hoch automatisiert und trotzdem mit wenigen Handgriffen schnell umgestellt sein. Im HSB 8.000 von Hohner hätten sie die richtige Maschine gefunden, sagt Benjamin Korselt. Was ihm gefällt: Alle Formatänderungen werden auf dem HSB 8.000 ohne Werkzeuge eingestellt. Wie die andern Bedienelemente sind die Fixiermuttern in leuchtendem Orange gehalten. Die auffällige und optisch ansprechende Bedienerführung begünstigt ein sicheres Einrichten und die schnelle Produktionsbereitschaft bei Auftragwechseln. In der Schweiz ist die Gramag Grafische Maschinen AG für Vertrieb und Service der Hohner-Sammelhefter verantwortlich. Benjamin Korselt kennt die Gramag aus seiner früheren beruflichen Tätigkeit. Er weiss, dass er sich auf die Firma verlassen kann.

16.10.2015
Gut evaluiert und viel gewonnen

Während fast zwei Jahren hat die Brülisauer Buchbinderei AG einen neuen Klebebinder evaluiert. Dank kompaktem Design, technischer Logik und Inline-Klappenbroschurenproduktion hat die Lösung von Wohlenberg das Rennen für sich entschieden.

Die Brülisauer Buchbinderei AG in Gossau (SG) bezeichnet sich als die führende Buchbinderei in der Ostschweiz. Und wie der Mitinhaber und Verwaltungsratspräsident Stefan Dudli sagt, ist das Klebebinden eine sehr wichtige Disziplin. Zwei gute Gründe, um für die Suche nach der richtigen Produktionstechnik genügend Zeit zu investieren. Nach einer fast zweijährigen Evaluation fiel die Wahl auf ein ausgewachsenes Klebebindesystem von Wohlenberg.
Dem Entscheid gingen Besuche im Herstellerwerk in Verden (DE) und eine Besichtigung einer Buchbinderei in Deutschland voraus. Seit Januar 2015 produziert die Brülisauer Buchbinderei AG mit der eigenen Klebebindetechnik von Wohlenberg. Die Linie besteht aus einer Zusammentragstrecke mit 20 Anlegern und einer Handanlegestation, einem Klebebinder Vento der neusten Generation, einer Klappenstation und einem Dreischneider Trim-Tec 60e.

Klappenbroschuren mit nur einem Trimmer
Ein herausragendes Merkmal der neuen Wohlenberg-Klebebinderlinie ist die Herstellung von Klappenbroschuren auch mit bündigem und zurückstehendem Inhalt in nur einem Durchgang. Möglich macht es eine in den Klebebinder Vento integrierte Vorderschnittstation. Ein horizontal gelagertes Messer versieht den von der Klammer geführten Buchblock mit dem Frontschnitt, bevor der Buchblock die Rückenbearbeitung und den Leimauftrag passiert und in den Klappenumschlag eingehängt wird. Die qualitativ hochwertige Vorbereitung des Umschlags ist durch eine vollflächige Schwertrillung und durch Faltschwerter in der Klappenstation sichergestellt. Der Produktionsleiter Andreas Osterwalder weist darauf hin, dass Wohlenberg im Unterschied zu anderen Anbietern für die Produktion von Klappenbroschuren mit nur einem Dreischneider arbeitet, eine Eigenheit, die auf einem Wohlenberg-Patent mit der Vorderschnittstation im Klebebinder beruht.

Alle Anforderungen in kompaktem System
Ein starkes Argument, das für die Lösung von Wohlenberg sprach, war die schlanke Konfiguration der Wohlenberg-Linie:"Wohlenberg hat unsere eingeschränkten Platzvorgaben in vorbildlicher Weise eingehalten. Die Anlage erfüllt alle unsere Anforderungen in einem kompakten, logisch aufgebauten System. Die Produktionslinie ist perfekt auf unseren Warenfluss ausgerichtet", hält Stefan Dudli fest.
Auf der Wohlenberg-Linie kann die Brülisauer Buchbinderei AG wahlweise mit PUR oder mit Hotmelt produzieren. Interessantes Detail: Für die Versorgung des Klebebinders mit Klebstoff und den Auftrag mittels Düsen kommt eine von Wohlenberg selber entwickelte Technologie zum Einsatz. Premelter und Leimauftrag bilden ein in sich geschlossenes System. Die direkte Zufuhr des Klebstoffes kommt ohne verschleissanfällige Schlauchzuführungen aus.

Kurzfristig umrüsten leicht gemacht
Schnellschüsse sind bei der Brülisauer Buchbinderei AG Alltag, und die Termintreue ist unantastbar. "Oft unterbrechen wir einen Grossauftrag mehrmals pro Tag, um die Wünsche unserer Kunden nach kurzfristiger Lieferung ihrer Aufträge zu erfüllen, das können auch Kleinauflagen mit 50 Exemplaren sein", sagt Andreas Osterwalder. Bei dieser Auftragsstruktur seien die schnell ausgeführten, motorisch gesteuerten Umstellvorgänge massgebend für die Produktivität, bestätigt er. Dem Bediener kommt dabei entgegen, dass er Daten eines Folgeauftrages während der laufenden Produktion eingeben kann. Auf die Frage, wie die Mitarbeiter den Technologiewechsel akzeptiert haben, antwortet Andreas Osterwalder:"Der Maschinenführer schätzt die einfache Bedienung, sie hat ihm den Umstieg von der früheren Anlage, mit der er immerhin 17 Jahre lang gearbeitet hat, stark erleichtert."

Die Qualitäten waren bekannt
In der Schweiz ist die Gramag AG für den Vetrieb der Wohlenberg-Produkte und die Serviceleistungen verantwortlich. Das Handels- und Engineering-Unternehmen war bei der Montage und Inbetriebnahme der Klebebinderlinie in Gossau federführend. Dank einer guten Planung und Organisation vergingen zwischen der Anlieferung der Klebebinderlinie und der Produktionsaufnahme nur drei Wochen, Schulung inbegriffen. Andreas Osterwalder spricht von einer angenehmen Zusammenarbeit. Mit einer seriösen, unaufdringlichen Beratung habe die Gramag AG das Vertrauen in die Wohlenberg-Technik aufgebaut. Die Gramag AG und deren Service-Qualitäten kennt Andreas Osterwalder seit über drei Jahren. Anfang 2012 rüstete die Brülisauer Buchbinderei AG ihre Adressier- und Verpackungslinie mit einer Pick-and-Place-Station aus, im Sommer desselben Jahres folgte eine Falzmaschine MBO K8 Perfection. Mit der Wohlenberg-Klebebinderlinie hat die Partnerschaft jetzt einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.